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Leben im Camper

Jumpino streikt – durch die schönsten Dörfer Frankreichs - im Schweinsgalopp nach Hause

Jumpino on tour # 13 – August 2025

Zu zweit vom Baskenland nach Passau

Jumpino streikt – durch die schönsten Dörfer Frankreichs - im Schweinsgalopp nach Hause

 

Was sind das für Flughäfen

an denen es nicht mal Parkplätze gibt, nur ganz wenige und die muss man bereits Tage vorher reservieren. Dabei ist der Flughafen von Bilbao nur ein ganz “Kleiner“ mit nur einer Landebahn und einem Mini-Terminal. Ich bleib mit den Jumpino einfach am Straßenrand stehen, warte bis das Flugzeug gelandet ist und lauf dann schnell rüber um die Bruni abzuholen und dann gleich wieder zurück um nach Berlengo zu fahren.

 

Jetzt sind wir also zu zweit

Bruni hatte mir beim Ausbau des Jumpino so viel geholfen und jetzt nehm ich sie als Dank einfach ein Stück mit auf die Reise. Mal sehen wie weit wir gemeinsam kommen – nur ein Stück oder den ganzen Weg zurück nach Deutschland.

Wir schauen uns nochmal gemeinsam Bilbao an, fahren an den Parkplatz am Strand, betrachten den Strand aber nur von oben, denn keine von uns hat Lust den langen steilen Weg da runter zu klettern – und noch schlimmer: auch wieder hoch. Und dann sind wir auch schon unterwegs Richtung Frankreich.

 

Jumpino streikt

Weit sind wir noch nicht gekommen, quer durchs Hinterland bergauf/ bergab und Kurve um Kurve. Als ich gerade 2 Radfahrer überhole wird der Jumpino plötzlich ganz langsam, als ginge ihm die Puste aus, und die Radfahrer radeln bergauf wieder rechts an uns vorbei. Was ist los? Er hat keine Kraft, zieht nicht mehr! Fährt nur noch mit 30 kmh, bergauf nur 20 und bergab 40. Mit der Warnblinkanlage tuckern wir nun im Schneckentempo weiter. Ich weiß auch bereits was er für ein Problem hat. Der Feinstaubfilter ist zu und da kann ich ihm leider gar nicht helfen. Da brauchen wir eine Citroen Werkstatt die eine Software hat um die Blockade wieder aufzuheben. Vorher kann der Filter nicht gereinigt werden.

Die nächsten Werkstätten liegen 20 km zurück nach Bilbao oder 20 km halbwegs in unsere Richtung in einem kleinen Dorf. Ich entscheide mich für das Dorf. Google sagt dass die Werkstatt wahrscheinlich schließt bevor wir ankommen. Es handelt sich nur um wenige Minuten, aber der arme Jumpino kann einfach nicht schneller und plagt sich mühsam die Berge hoch und freut sich über ein wenig Entlastung bergab. Und dann stehen wir vor der Werkstatt. Pünktlich um 17:00 Uhr, zum Feierabend. Zum Glück ist noch jemand da und Bruni, die fließend Spanisch spricht, erklärt unser Problem. Frühestens im Oktober könne er uns drannehmen, er hat zu wenig Leute  - Urlaub und krank – und zu viel Arbeit.

Das geht gar nicht, heute ist der 29. Juli! Das sind ja fast 3 Monate! So lange können wir hier nicht warten. Als Bruni ihm nochmal erklärt dass wir auf der Durchreise zurück nach Deutschland sind, lenkt er ein. Wenn wir gleich morgen früh um 8:00Uhr kämen würde er uns gleich drannehmen. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Mit ca 100 €, mas o menos, (also so ungefähr)  müsste ich rechnen. Ist mir egal, Hauptsache wir hängen hier nicht ewig fest. Ich such uns einen ruhigen Parkplatz und dann erkunden wir das Dorf und gehen einen Kaffee trinken.

Am nächsten Morgen stehen wir pünktlich vor der Werkstatt und werden schon erwartet. Der heut viel freundlichere Werkstattinhaber zeigt uns ein Kaffee in dem wir warten können, ca um 10:00 Uhr könnten wir den Jumpino wieder abholen.

Das Café ist wunderschön obwohl im Industriezentrum. Hier holen wir das heute ausgelassene Frühstück nach, beobachten die Arbeiter und Angestellten die sich hier zwischendurch einen Kaffee gönnen und genießen die außergewöhnlich familiäre Atmosphäre. Richtig gut war das.

Um 10:00 Uhr ist auch der Jumpino fertig. Weil ich bar bezahle und auf eine Rechnung verzichte erlassen sie mir die Mehrwertsteuer und versorgen uns noch mit selbstgebackenem Käsekuchen für unterwegs. So nett! Wir bedanken uns herzlichst. Winkende Hände und gute Wünsche für die Weiterfahrt und dann flitzt der Jumpino wieder wie eh und je. Und wir fahren durch bis Frankreich und halten erst wieder in Saint-Jean-de-Luz.

 

Frankreich – Saint-Jean-de-Luz  - am Atlantik

Nachdem wir die Parkplatzsuche gerade aufgeben wollen ergattern wir unverhofft einen guten Parkplatz direkt an der Strandpromenade – Sackgasse und ruhig. Für Wohnmobile erlaubt. Allerdings gebührenpflichtig- 8 € für 24 Stunden. Das ist akzeptabel.

In einer sehr geschützten, halbmondförmigen Bucht, hinter einem langen gelben

Sandstrand, (da parken wir) befindet sich die Altstadt mit schmalen Gassen. Beim Stadtbummel passieren wir hübsche kleine Fachwerkhäuschen die alle sehr noble Geschäfte beherbergen, Bäckereien aus denen es herrlich duftet, Delikatessenläden mit Schinken, Salami, Käse, Pasteten und allerlei Gelees und Eingemachtem. Wir kaufen Schinken und Käse und sitzen dann aufm Mäuerchen hinterm Jumpino, knabbern unseren Käse und den Schinken zu einem Fläschchen Wein, schauen hinaus aufs Meer und genießen den Sonnenuntergang.

Nächster Morgen: Haare waschen und Duschen an der Stranddusche. Bruni geht schwimmen. Darauf hat sie sich so sehr gefreut – endlich mal wieder im Meer schwimmen. Mir ist der Strand zu überfüllt, ich vertiefe mich in Hausarbeit.

Um 13:30 ziehen wir weiter. Richtung Arcachon.

 

In den Dünen

Mittagspause machen wir im Schatten höher Pinien am ruhigen Straßenrand der sogar fürs Übernachten gar nicht schlecht wäre.

Der Strand von Capbreton, nur 5 Gehminuten entfernt, hinter der Düne ist ein Meer aus Sonnenschirmen. Im Wasser stehen zig Menschen dicht an dicht ... Schrecklich! Speziell für mich. Hier hab ich zum ersten Mal in meinem Leben den Atlantik erblickt und darin gebadet. Da war ich 17,i st also 50 Jahre her. Da war der Strand menschenleer. Seufz!

Wir schauen nur von der Düne runter auf das Getümmel, drehen um, und gehen vorbei an zahlreichen Bars und Souvenirgeschäften zurück zum Jumpino.

Wir fahren weiter auf einer schmalen Straße durch dichten Wald neben der ein schöner gut frequentierter Radweg verläuft. Dann kommen wir an einen wunderschönen Parkplatz im Wald, an einem Bach, dem Courant d‘Huchet. So ruhig, so idyllisch.

Geparkt und losmarschiert, durch den Wald der überall von Wildschweinen aufgewühlt ist. Am Straßenrand standen auch Wildwechsel-Warnschilder mit Wildschwein drauf. 

Unser Weg führt Richtung Dünen. Ein sehr breiter hoher Dünengürtel, hinter dem der Bach verläuft, trennt das Meer vom Pinienwald. 1 Schritt vor 2 zurück erklimmen wir die Dünen und dann liegt das weite offene Meer vor uns, nur vereinzelt Menschen am Sandstrand soweit das Auge reicht. Da müssen wir natürlich runter. Das geht auch viel leichter und unten am Strand lang wandern, mit den Füssen im seichten Meer ist wunderschön. Aber wir müssen die Dünen auch wieder hochklettern und den langen Weg zurück zum Jumpino nehmen. Bis wir dort ankommen sind wir ganz schön KO.

Das ist Naturschutzpark und ich fürchte dass wir hier nachts nicht parken dürfen. Leider, denn das war so ein schöner Platz.

Wir beschließen ins nächste Dorf zu fahren um dort zu übernachten. Das liegt an einer großen Lagune, der Etang Leon, die durch den kleinen Bach, an dem wir vorher geparkt hatten, mit dem Meer verbunden ist.

Hier finden wir einen kostenpflichtigen hübschen Wohnmobilstellplatz vor einem schönen schattigen kostenlosen Parkplatz. Und auf dem Parkplatz stehen wir jetzt.

Der See ist ziemlich groß und strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. 2 Stege ragen vom Sandstrand in den See, kleine Segelboote, Hobby-Katamarane und bunte Paddelboote liegen am Ufer. Die Sonne geht gerade unter und einige wenige Menschen versammeln sich auf den Stegen um den Sonnenuntergang zu betrachten, bevor sie sich auf die hübschen Bars und Restaurants verteilen die in einem großen Park unter mächtigen Bäumen fast verschwinden. Es ist richtig schön und beschaulich hier. Wir haben wiedermal zufällig ein kleines Juwel entdeckt, sitzen auf dem Steg, lassen Füße und Seele baumeln und bleiben für heute Nacht hier. 

Weil der See gar so schön und beschaulich ist, eingebettet in unberührte Natur bleiben wir am nächsten Tag noch und wandern an kleinen Bächen und am Ufer entlang durch richtigen Urwald. Manchmal müssen wir über umgestürzte Bäume klettern oder untendrunter durchkriechen. Es ist soo schön hier. Der Ort, den man vom See aus gar nicht sehen kann, heißt Benedit.

 

Die Große Düne  - Im Golf von Arcachon

Unser heutiges Ziel ist der Golf von Arcachon. Auf dem Weg dorthin kommt man am Pilat vorbei, der höchsten Sanddüne Europas. Sie ist 106 m hoch, 500 m breit und 2,7 km lang. Das entspricht einem Volumen von 60.000.000 m³ Sand. Man kann ihre enormen Ausmaße gut im Vorbeifahren von der Straße aus sehen. Wunderschön und sehr beeindruckend. Hinaufklettern möchte ich jedoch nicht, das ist mir zu mühselig. Abgesehen davon kommt man da sowieso nicht so einfach dran. Ist alles abgeriegelt. Vom Zeltplatz aus kann man hoch (falls man dort stationiert ist) oder über die beiden Touristenzugänge. Das kostet aber 11 € und zusätzlich Parkgebühr. Mehr als 2 Millionen Besucher erklimmen jedes Jahr die Düne. Wir nicht. Wir bestaunen sie nur von der Straße aus und später vom Strand in Pylar sur Mer.

 

Pylar sur Mer und Arcachon

In Pylar sur Mer, gleich dem nächsten Ort nach der Großen Düne, finden wir einen schönen Parkplatz gleich am Strand neben einem hübschen Park mit Toilettenhäuschen und Duschen und kostenfrei. Wie praktisch. Und wieder sitzen wir mit einem Fläschchen Wein aufm Mäuerchen am Strand und genießen den Sonnenuntergang. Links kann man in der Ferne die Große Düne sehen.

Am nächsten Tag ziehen wir um, 50 m weiter, auf einen noch besseren Platz. Absolut ruhig, in einer Sackgasse, unter einem riesigen Baum, vor einer schönen Wiese wo wir uns mit Tisch und Stühlen ausbreiten können. Heute ist Ruhetag angesagt. Für Bruni heißt das Baden gehen, für mich am Jumpino rumwursteln und ein wenig den Ort erkunden. 50 m nebenan gibt es einen Supermarkt mit einer tollen warmen Theke an der köstliche warme Gerichte verkauft werden. Da holen wir uns unser Mittagessen. Ein paar Meter weiter ist der Bäcker mit Croissants und Baguette fürs Frühstück und danach, zu meiner Freude, ein fantastischer Bio-Gemüseladen. Alles was das Herz begehrt und wir fühlen uns sehr wohl in Pylar sur Mer.

Am Nachmittag haben wir Nähstunde im Schatten unseres großen Baumes. Jeder hat ein paar Kleinigkeiten zu flicken.

Nahe an unserem Parkplatz befindet sich die Bushaltestelle. Das trifft sich gut. Morgen nehmen wir den Bus für einen Tagesausflug nach Arcachon.

So ein hübscher Ort. All die schönen Häuser. Ein wunderschöner Park und ein langer weißer Sandstrand. Von hier aus fahren Ausflugsschiffe auf die im Golf liegende Insel, den einzigen Ort an dem sich noch die traditionellen Stelzenhäuser befinden die früher den Golf und die Ufer der Garonne flankierten.

Als ich am nächsten Morgen aufwache hat sich in der Straße hinter unserem kleinen Park ein Flohmarkt angesiedelt. Da ich immer viel früher auf  bin als Bruni, schlendere ich auf meinem Weg zum Bäcker die Straße entlang. Das ist ein Flohmarkt wie man sie aus alten Zeiten in Frankreich kannte. Kein Kitsch und Tand sondern wirkliche Antiquitäten und Raritäten. Auch neuzeitlichere Kunststücke gibt es, alles hat Stil und Klasse. Ich geh besser weiter zum Bäcker – hier wird man sonst zu leicht viel Geld los für Dinge die man eigentlich gar nicht braucht.

Nach dem Frühstück geht’s wieder an den Strand zum Duschen. Auf dem Parkplatz, direkt am Strand, auf dem wir die erste Nacht standen, befindet sich heute ein Oldtimertreffen und Automarkt. Was für eine Stimmung! Auf den Autos, vor den Autos, in den Autos und den Bänken im Park sitzen die Leute mit Wein und Champagner oder beim Picknick. Musik spielt und ein Auto ist schöner als das Andere. Hier könnte man auch lange verweilen. Leider bin ich nur unterwegs zur Dusche und kann gar keine Bilder machen. Aber wer geht schon mit‘m Handy oder Fotoapparat zum Duschen?

Für uns ist Abreisetag aus Pylar sur Mer. So gut es uns auch gefallen hat und wir hätten es hier schon noch länger ausgehalten, aber so kommen wir ja gar nicht voran. Wir müssen leider weiter. In 2-3 Wochen muss ich in Deutschland sein. Um aus unserer Sackgasse raus zu kommen müssen wir mitten durch den Flohmarkt fahren – ein bisschen eng und so viele Leute – aber es ging schon.

 

Zu den „Schönsten Dörfern Frankreichs“

Ab jetzt verlassen wir die Küste und fahren landeinwärts, Richtung Dordogne, (das ist für meinen Geschmack der schönste  Fluss Frankeichs) der wir einen großen Teil unserer Strecke folgen wollen.

Stundenlang fahren wir durch herrliche Laubwälder ohne einen Ort zu passieren. Welch großartige Landschaften es doch noch gibt. Und was für wunderschöne Dörfer. Man kann sie gar nicht alle anschauen. Aber an einem halten wir doch. Hier mündet ein anderer klarer Fluss in die Dordogne, eine schöne steinerne Brücke führt darüber und an einem Sandstrand baden Leute in der Dordogne. Bunte Kajaks schaukeln auf dem Wasser und es sieht alles so malerisch aus. Wir finden einen Parkplatz und ein Schild – Nach Limeul.

Limeul gehört zu einer ausgewählten Gruppe der „Schönsten Dörfer Frankreichs“. Das weckt wieder die Neugier in mir und mit Bruni im Schlepptau wandere ich einen nicht sehr langen Serpentinenpfad zum Dorf  hinauf. Dort in einem wunderschönen Schlossgarten mit Blick über das Tal braucht Bruni erst mal eine Pause und einen Kaffee. Die Hitze macht ihr ordentlich zu schaffen (es hat wieder mal über 35°) und ich schlepp sie auch noch bergauf. Nach einer kleinen Pause im Schlossgarten geht’s wieder. Im Dorf scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es ist wunderschön. Alte flache Steinhäuser, naturbelassene blühende Gärten und steile Pfade. Nur wenige Leute sind hier oben unterwegs, den Meisten ist es zu heiß im Dorf. Unten am Fluss und am Strand ist bedeutend mehr los.

Ich füll noch unsere Wassertanks an der Quelle auf und dann geht’s weiter – nach …

 

Rocamadour

Rocamadour ist ein Wallfahrtsort in einem Seitental der Dordogne. Es gehört zu den „Grand Sites de France“ den größten Sehenswürdigkeiten Frankreichs und wurde in die Liste der „Schönsten Dörfer Frankreichs“ aufgenommen. Und das zu Recht.

In 3 Ebenen schmiegt sich der 600 Seelen Ort an einen senkrechten Felsen 150 m hoch über dem Alzou Tal. Auf der untersten Ebene befindet sich das Dorf, dessen mittelalterliche Häuser sich an die steilen Abhänge über der Schlucht des Flusses Alzou klammern.

Auf der Ebene darüber befinden sich die Heiligtümer, wie die Krypta des Heiligen Amadour, einem Eremiten der hier in einer Felsnische Zuflucht fand. Von ihm hat der Ort auch den Namen. Weitere Heiligtümer sind die Kapelle Notre Dame in der sich die Statue der Schwarzen Jungfrau befindet, die Wunder vollbracht haben soll, Ziel vieler Pilger.

Weitere Kirchen und sakrale Museen befinden sich auf dieser Ebene.

Die oberste Ebene ist von der Burg besetzt.

Der Blick übers Tal ist großartig, aber noch beeindruckender ist der Blick von der Klippe hinüber aufs Dorf. Uns genügt dieser traumhafte Blick. Wir wollen uns nicht für viel Geld 250 Stufen hinunter und wieder hinaufplagen um in den 3 Gassen von all den Menschenmassen umhergeschubst zu werden. Durch die einzige schmale Gasse des Dorfes haben wir uns ohnehin mit dem Jumpino gezwängt (das ging nur mit Hilfe eines Einheimischen der hier“ lebende Ampel und Einweiser“ spielt) weil wir dachten unten im Tal einen schönen Parkplatz zu finden. Das mit dem Parkplatz war wohl nix, der Blick aufs Dorf hoch über uns beeindruckend, die Serpentinen an der steilen Felswand hinunter- und wieder hinaufzufahren ein Erlebnis.

Wir haben dann oben in Rocamadour einen wunderschönen Parkplatz auf einer Wiese unter großen Bäumen gefunden, für 6 Euro/24 Stunden. Die Stimmung hier ist wie auf einem Zeltplatz mit viiiieeel Platz. Mehrere Wohnmobile haben sich häuslich zum Picknick eingerichtet mit Tisch und Stuhl und wir tun es ihnen gleich.

Am Abend laufen wir zum Sonnenuntergang nochmal vor an die Klippe und genießen den wunderbaren Blick der untergehenden Sonne über dem Tal und aufs jetzt beleuchtete Dorf. Auch hier gibt’s einiges zu entdecken, eine schöne Kirche, ein verlassenes halb verfallenes Lazarett das jetzt in diffuser Beleuchtung sehr malerisch wirkt. Alles in allem ein Ort der es wert ist immer wieder hier her zu kommen um einen Blick auf dieses einzigartig schöne Dorf am steilen Felsen zu werfen.

 

Jumpino macht uns wieder Sorgen

Ich stelle fest dass unsere Bordbatterie fast leer ist und sich nicht mehr auflädt obwohl wir 200 Watt Solar auf dem Dach und jeden Tag Sonne haben.

Eine Aufgabe für mich den Fehler zu finden. Aber ich finde keinen. Alle Anschlüsse sind in Ordnung. Manchmal schaltet sich die Powerbox spontan komplett ab und wir sitzen im Dunkeln. Dann geht sie doch mal wieder und dann wieder nicht. Ich bin ratlos. Das Display zeigt einen Fehlercode an. Das Handbuch beschreibt einige Fehlercodes, deren Ursache und Behebung, aber nicht diesen. Ich beschließe nach Argentat zu fahren, wo ich einen gemütlichen Stellplatz weiß, um mich dort in Ruhe um das Problem zu kümmern.

 

Bei Bebert im schönen Argentat

 Argentat habe ich auf meiner Tour mit dem Berli (meinem Berlingo-Minicamper, während Covid)  kennen und lieben gelernt – speziell diesen Stellplatz.

Es ist eines der vielen schönen, mittelalterlichen Städtchen an der Dordogne. Hier gibt es einen Zeltplatz, aber auch einen privaten Stellplatz auf einer großen Wiese und den steuern wir gerade an.

Am Eingang der eingezäunten weitläufigen Wiese befindet sich eine kleine Hütte in der man mit etwas Glück den Besitzer, Bebert, vorfindet. Falls er nicht da ist, kein Problem. Schilder weisen darauf  hin dass man Willkommen ist, sich einen Platz suchen soll und falls man ihn bis zur Abreise nicht angetroffen hat, den Beitrag einfach in der alten Telefonzelle hinterlassen soll. Hier wird also noch auf Vertrauen und Ehrlichkeit gesetzt. Wie schön!

Als wir ankommen sitzt Bebert vor seiner Hütte in der Sonne und strahlt uns an. Nach einem kurzen Blick über den Platz – ist nicht mal zu 20 % belegt – begrüß ich ihn fröhlich mit den sinnigen Worten:  Hast Du noch einen Platz für uns?

Bebert grinst und schüttelt den Kopf  - no, no. Und Beide lachen wir. So kenn ich ihn. Mit einer Geste deutet er uns - stellt euch hin wo es euch gefällt. Der Preis ist derselbe wie vor 4 Jahren – 5  Euro die Nacht – 10 Euro falls man Strom braucht. Wasser 1 € per 100 Liter und unendlich viel freier Platz.

Wir suchen uns ein hübsches Plätzchen mit Sonne und Schatten, hängen die Hängematte auf, Tisch und Stühle raus und genießen den schönen Platz und die Ruhe.

Ich mach mich erneut auf die Fehlersuche der Powerbox, die heute wieder mal funktioniert. Wie soll man da eine Ursache finden können. Ich bemühe das Internet und finde eine Seite auf der wirklich „Alle“ Fehlercodes beschrieben sind.

Fazit: der Powerbox war dieses Wetter auch zu heiß. Und somit hat sie sich bei Überhitzung als Selbstschutz einfach abgeschaltet. Gut für die Batterie – schlecht für uns. Aber nun weiß ichs, ich brauch nicht mehr suchen und sollte den Jumpino bei diesen Wahnsinnstemperaturen öfter mal im Schatten parken.

Bruni hat sich derweil ein wenig hingelegt und ich wandere noch 1 Stunde  an der Dordogne entlang.

Den nächsten Tag bleiben wir auch noch hier, weil es grad so ein gemütlicher Platz ist und jede Menge Hausarbeit ansteht. Während Bruni noch schläft hab ich bereits unsere schmutzige Wäsche in die Fahrradtaschen gepackt und radle zum Supermarkt vor dem es eine Waschmaschine gibt.  Sehr praktisch, während die Wäsche vorm Supermarkt in der Waschmaschine ihre Kreise zieht, kann ich in Ruhe meine Einkäufe erledigen. Den Trockner brauch ich diesmal nicht. Auf unserem so weitläufigen Platz mit vielen Bäumen und Büschen ist genug Platz zum Aufhängen. Und da flattert sie nun im Wind, während ich im Jumpino Großputz mache und Bruni in der Hängematte einen Mittagsschlaf abhält.

Am Spätnachmittag bummeln wir noch durch das hübsche Argentat mit seinen alten Steinhäusern mit den bunten Fensterläden und Balkonen die sich unter der Masse an Blumen biegen.

Die Dordogne war auch Transportweg für viele Waren die auf  Flössen den Fluss entlang getreidelt wurden (d.h. die Flöße wurden flussaufwärts von Pferden oder Eseln gezogen die am Ufer nebenherliefen). Hier in Argentat war damit Schluss denn ab hier wird der Fluss zu flach, zu wild und hat zu viele Staustufen. Hier mussten also die Waren auf  Karren umgeladen und auf dem Landweg weitertransportiert werden. Das gab Argentat Bedeutung und auch Reichtum.

Heute findet ein kleines Fest statt, mit tollen Buden und Musik und Tanzaufführungen auf den kleinen Plätzen – richtig gute Stimmung.

Wieder zu Hause am Jumpino eröffnet mir Bruni dass sie in 4 Tagen einen Termin hat, den sie nicht verschieben mag. Ouff – es ist noch weit bis nach Hause, aber jetzt wo wir so weit ganz gut miteinander gekommen sind, will ich sie auch nicht per Zug oder Flugzeug heimschicken. Ich setz mich hin um einen Plan zu machen ob wir das in 3 Tagen schaffen können. Wenn ich jeden Tag 10 Stunden am Steuer sitze können wir das schaffen und ab jetzt rasen wir im Schweinsgalopp nach Hause.

 

Im Schweinsgalopp nach Hause

Ab jetzt heißt es jeden Morgen um 7 raus aus den Federn, (wir sind eigentlich beide Langschläfer) dann ganz flott Frühstück und um 8 bereits unterwegs sein. Schade dass wir an so vielen schönen Orten einfach vorbeirasen müssen. Es ist schrecklich heiß an diesen Tagen, bis zu 38 ° ohne Klimaanlage, aber dafür fahren wir mit offenen Fenstern.

Nach 8 Stunden Fahrt halten wir in Dole für die Nacht. Das wäre ein hübsches Städtchen das ich mir gerne angeschaut hätte. Aber dazu bin ich heute schon zu  KO. Der Parkplatz am Fluss ist schön, kleine Wasserfälle und Brücken und eine schöne Stimmung  jetzt wo die Sonne schon so tief steht. Viele Wohnmobile parken hier im Schatten hoher Bäume. Da reihen wir uns mit ein und nebenan an der Burgerbude holen wir uns einen Super Französischen  Burger der vor unseren Augen frisch zubereitet wird. Alle, Besitzer wie Gäste klatschen Beifall als ich mit meinen eigenen Tellern aus dem Jumpino anrücke um die Styroporboxen zu vermeiden. Den sehr leckeren Burger .verspeisen. wir vorm Jumpino und schauen dabei den Petanque-Spielern zu. So nimmt der Tag doch noch ein ganz entspanntes Ende.

Bis in die Schweiz sind es nur noch 50 km. Wir tanken vorher noch in Frankreich (da ists um 30 Cent billiger). Die Fahrt durch die Schweiz ist wunderschön, vorbei an herrlichen Bergpanoramen, durch Luzern, bei Rapperswill über den Damm am Zürichsee und durchs Appenzeller Land. Das fand ich ganz besonders hübsch. Aber zum Anhalten war keine Zeit. Nach 12 Stunden fahren, bei dieser Hitze, bin ich total erledigt und parke den Jumpino in Bregenz am Bodensee vor einem Supermarkt. Heute bin ich absolut nicht mehr gesellig, Etwas Abkühlung und Schlafen ist alles was ich mir heute nur noch wünsche.

Die Nacht vorm Supermarkt war ruhig und morgens nutzen wir gleich noch die Gelegenheit zum Einkaufen, denn bis wir zu Hause sind ist Wochenende, Brunis Kühlschrank noch leer und alle Geschäfte geschlossen.

Nochmal 8 Stunden Fahrt bei 38° und dann liefere ich Bruni um 19:00 Uhr in Pocking ab. Ich glaube sie ist froh wieder zu Hause zu sein. Die Enge des Jumpino und das ständige zu Zweit sein war für uns Beide nicht immer ganz einfach aber trotz allem eine schöne Zeit.

Ich sehn ich mich im Moment nur nach etwas Abkühlung und einer Dusche. Ein schnelles What‘s App zum Ankündigen und dann fahre ich noch die 10 km nach Obernberg am Inn zu Ute wo ich mich im Pool schwimmend erst mal abkühle und entspanne bevor wir bei einem Glas Wien auf der Terrasse unser Wiedersehen und meine Rückkehr feiern. Bald bin ich wieder erholt und kann am nächsten Tag meine Erledigungen in Passau beginnen. Ich habe einiges vor.

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