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Carina's Logbuch

Juni 2019

Königreich Tonga - Wo die Zeit beginnt

 

Inselgruppe Tongatapu und Hauptstadt Nuku'alofa

 

 

Überblick Tonga

Die 170 Inseln des Königreichs Tonga erstrecken sich in Nord-Süd Richtung über eine Strecke von ca 550 Seemeilen von 15°50‘S und 173°43‘W  bis 23°58‘S und 179°08’W. Den südlichsten Punkt bilden die beiden Minerva Riffs die gar keine Landflächen haben da sie immer unter Wasser liegen. Die erste sichtbare Insel (Ata-Island) liegt ca 100 Meilen nördlich davon und somit ca 1000 Seemeilen nordöstlich von Neuseeland. Den nördlichsten Punkt bilden die Inseln der Niua’s.
Tongas ca 100.000 Einwohner verteilen sich auf 36 Inseln, wovon ca 70.000 auf der größten, der Hauptinsel Tongatapu leben. Dort lebt auch König Taufa’ahau Tupou VI, denn Tonga ist die einzig noch verbliebene Erb-Monarchie des Pazifiks.
Die Gesamtfläche Tongas beträgt 700.000 km² Seefläche und 747 km² Land, verteilt auf 7 Inselgruppen, von Süd nach Nord: Tongatapu, Otu-Gruppe, Nomuka-Gruppe, Kotu-Gruppe, Ha’apai Gruppe, Vava’u-Gruppe und die Niua’s. 
Die meisten Inseln sind flache Korallenatolle vulkanischen Ursprungs. Noch immer bebt die Erde unter ihren Füssen und immer wieder entstehen neue Inseln, die zuletzt bekannten in 2015. Andere Inseln, wie z.B. Fonuafo’ou tauchen für wenige Jahre auf um dann wieder unter Wasser zu verschwinden. Diese Insel ist in den letzten 140 Jahren bereits 5 x aufgetaucht. Vulkanische Aktivitäten werden auch aktuell über die gesamte Inselkette hinweg beobachtet. Man muss also jeden Tag mit einem neuen Ausbruch irgendwo unter Wasser und ggf mit einer neuen Insel rechnen. Nur wenige Meilen östlich der Inselkette erstreckt sich der Tongagraben mit einer Wassertiefe von über 10.800 Metern.

Eigentlich liegt Tonga westlich der Datumsgrenze, aber man hat hier die Datumsgrenze verlegt, also einen Bogen nach Westen gemacht, so dass Tonga nun östlich der Datumsgrenze liegt und das erste Land ist das den neuen Tag begrüßen kann und darauf ist man in Tonga stolz. Tonga ist Deutschland um 12 Stunden voraus.
Man spricht Tongaisch und auf den Hauptinseln auch Englisch.
Als Währung hat man hier den Pa’anga (TOP) oder auch Tonga Dollar genannt.
1 Pa’anga = 0,40 Euro und 1 Euro = 2,60 Pa’anga.

 

Der Hafen und die Kleiderordnung

Anfang Juni war ich in Tongatapu angekommen, der größten der 170 Inseln Tongas. Ich ankere jetzt außerhalb des kleinen Faua Harbours vor der Hauptstadt Nuku’alofa. Der Hafen ist nicht groß – 50 m breit und 200 m lang. Darin liegen ein paar abgewrackte große Pötte, einige Fischerkähne, das Lotsenboot und gelegentlich ein paar Yachten mit langen Landleinen zum Wellenbrecher. Es gibt keinerlei Service hier, keine Stege, eigentlich gar nichts außer ein paar Mauern an denen Fischerboote und die kleine Fähre nach Pangaimotu festmachen, eine Minihütte (3m² groß) in der sich das Büro zum Einklarieren für Yachten befindet. Das ist aber permanent unbesetzt. Und es gibt einen kleinen Fischerhafen für die kleinen hölzernen Fischerkähne. Nicht die hübschen bunten Fischerboote aus den Urlaubsprospekten sondern sehr primitive aus Sperrholzplatten zusammengebastelte schuhkartonähnliche Kisten. Oftmals recht glitschige breite Stufen führen von der Hauptstraße hinunter ans Wasser. Das ist der Beste Platz um mit dem Beiboot dort zu landen. Ich quetsche mich zwischen den Fischerbooten durch um zu den Stufen zu gelangen, greife eine der Leinen die sporadisch an den Stufen befestigt sind und binde das Beiboot dort an. Neben dem Fischerhafen befindet sich auch der kleine Fischmarkt. Ein paar Tische unter Wellblechdächern, dahinter die Fischersfrauen die wunderschöne bunte Fische kiloweise in Tüten zusammenpacken und verkaufen. Ich habe noch nie auf einem Fischmarkt so bunte Fische gesehen wie hier. Alle Arten von Rifffischen, Papageienfische, Snapper… Tintenfische, ein paar Krabben und Muscheln. Das ganze Hafengelände ist sehr primitiv, wirkt verfallen und verlassen und ist doch voller Leben und in Betrieb. Vieles ist noch dem Hurrikan von 2012 zuzuschreiben der große Teile der Insel und der Stadt vernichtet hat, aber trotz aller Trostlosigkeit hier ist es blitzsauber, kein Müll liegt rum und der übliche Gestank der Fischerhäfen und -märkte fehlt hier. Da bin ich auch gar nicht traurig drum.

Die offiziellen Gebäude von Hafenmeister, Zoll, PortControl sehen nicht besser aus – man kommt gar nicht auf die Ideen dort hinzugehen solche Ruinen sind das und doch sitzen dort die Offiziellen. Aber die Dienstautos die sie fahren sind groß, modern und teuer. Sie tragen schicke blaue Uniformen, hellblaue Jacken dunkelblaue Hosen und die Damen schmale lange dunkelblaue Röcke mit wunderschönen Gürteln daran von denen lange Streifen aus geflochtenen Kokosfasern mit Blütenmustern oder anderen Ornamenten herabhängen. Die Beamtin lächelt als ich ihr ein Kompliment für ihr schönes Outfit mache. Heute brauch ich aber zum Glück ihre Dienste nicht – hab schon alles erledigt und bin nun durch die Straßen bummelnd unterwegs.

Die Frauen sind alle sehr gepflegt, die langen schwarzen Haare schön zusammengebunden oder hochgesteckt, die schönen dunklen Augen dezent geschminkt und sie tragen leuchtend rote Lippenstifte, sehr hübsch aber nach europäischem Maßstab alle übergewichtig. Alle tragen sie fast knöchellange Kleider oder Röcke und Blusen/T-Shirts die die Arme mindestens bis zu den Ellenbogen bedecken. Sehr oft sieht man die für Tonga typischen schönen Gürtel oder sie tragen traditionell Bastmatten um die Körpermitte gewickelt. Mit so einer Bastmattte oder einem Kokosgürtel um den Leib gewickelt ist man hier „angezogen“ oder wie wir sagen würden „salonfähig“. Das ist ein Zeichen von Respekt vor dem Königreich und wird grundsätzlich von Mitarbeitern der vielen Ministerien aber auch von vielen Privatpersonen und immer zu festlichen Anlässen getragen. Es ist zwar meist nicht gerade vorteilhaft für ihre Körperfülle oder Figur aber es sieht attraktiv aus, muss aber ganz schön warm sein.

Auch ich bin ziemlich bedeckt bekleidet – Hosen bis unterhalb der Knie und T-Shirt mit Ärmeln. Ziemlich warm für diese Gegend aber es muss halt sein. Trägershirts, Shorts oder kurze Röcke sind in Tonga verpönt und man muss sogar mit einer Strafe rechnen wenn man zu spartanisch bekleidet herumläuft. Das gilt auch für Männer. Kurze Hosen sind ok solange sie nicht zu kurz sind, aber Oberkörper frei oder Muskelshirts – das geht gar nicht.

 

Einkaufen in Tonga - blöde Hunde und erste Bekanntschaften

Ich kehre dem Hafen den Rücken und wandere die Hauptstraße Richtung Stadtzentrum los. Das Abenteuer „Einkaufen“ beginnt, denn das ist es tatsächlich hier in Tonga. Supermärkte wie wir sie kennen gibt es hier nicht. Dafür findet man überall am Straßenrand kleine Tischchen oder einfach auf dem Boden ausgebreitet Obst und Gemüse – saftige große Wassermelonen und Papayas für 0,50 Euro das Stück, Ananas, Bananen, Tarowurzeln, Taroblätter, Yams, Kassava, Zwiebeln, Karotten, Bohnen, Blumenkohl, Kartoffeln, Krautköpfe, Tomaten, Gurken … Das Angebot ist reichhaltig. Dazwischen findet man zahlreiche China-Läden in denen es zwischen allem anderen auch ein paar Lebensmittel gibt. Man muss meist mehrere verschiedene Läden aufsuchen bis man alles zusammen hat was man so braucht. Was der eine nicht hat, hat vielleicht der andere … Bekleidungsgeschäfte sind auch kaum zu finden, entweder man findet was im China-Laden oder bei den vielen Straßenverkäufen die Bekleidung aufgehängt an Wäscheleinen zum Kauf anbieten. Anfangs dachte ich da hängt private Wäsche zum Trocknen bis mir klar wurde, so kauft man Kleidung in Tonga.

Die Straße zu überqueren dauert seine Zeit – so viel Verkehr - kleine Limousinen, offene Transporter auf denen Stühle auf der Ladefläche stehen auf denen Leute sitzen oder nur ein Brett quer über die Ladefläche gelegt, ebenfalls als Sitzplatz gedacht, oft sieht man eine ganze Schulklasse auf der Ladefläche eines Lastwagens durch die Stadt fahren. Dazwischen klapperige überfüllte kleine Busse, man glaubt jeden Augenblick muss einer aus der immer offenen Tür purzeln, aber auch große teure Autos, meist Pickups sind sehr häufig. Ich wundere mich etwas über die vielen teuren Autos wo die Tonganer doch so arm sind aber ein Einheimischer erklärt mir dass die meisten Familien einige Familienmitglieder haben die in Neuseeland und Australien leben und arbeiten und die schicken Geld nach Hause – das macht einen großen Teil des Einkommens der Tonganer aus. Die Straßen sind schmal und schlecht, Ampeln gibt es nicht. Auch nur ganz wenige Schilder und die sehen ganz anders aus als bei uns, z.B. das Schild für Fußgängerüberweg zeigt einfach nur 2 Beine.
Die Häuser liegen weitläufig verstreut. Die ganze Stadt gleicht eher einem Dorf als einer Hauptstadt. Na ja, Hauptstadt für Tonga, das ist nicht vergleichbar mit dem was wir Landeshauptstadt nennen würden, denn Nuku’alofa hat gerade mal 30.000 Einwohner. Ganz Tonga hat ja nur 100.000 Einwohner verteilt auf 36 der 170 Inseln. Und 70.000 davon leben auf Tongatapu denn diese Insel ist abgesehen von der Hauptstadt übersät mit Dörfern. Die meisten Häuser sind barackenartige Hütten, dazwischen wieder Banken, Ministerien, China-Läden, Kirchen und wieder Hütten, alles sehr ärmlich. Die Schule, ebenfalls nur Baracken und Zelte. Die Kinder tragen Uniformen, die Mädchen hübsche rote Kleider und die Jungs beige Shorts und weiße Hemden. Es ist gerade Pause und sie winken und lachen zu mir herüber. Ich mach ein paar Fotos von ihnen, und sie müssen lachen als sie sich selbst auf dem Kameradisplay sehen können. Je nach Schule ändert sich auch die Uniform. Die Mädchen vom College tragen blaue Kleider und haben die Haare zu Zöpfen geflochten, die Jungs tragen Lavlavas (Pareos) und um die Hüften eine Bastmatte. Lavalava und Bastmatte ist hier immer noch die getragene Uniform der Männer, abgesehen von der Polizei, denen ist das Röckchen wahrscheinlich doch etwas hinderlich wenns mal schnell gehen muss – die tragen Hosen – sogar die Polizistinnen.

Die Tonganer sind stolze aber freundliche Menschen und es ist leicht mit ihnen in Kontakt zu kommen. Die Straßen sind voll streunender Hunde, die sind leider nicht so freundlich. Solange sie einzeln unterwegs sind ist noch alles ok, sobald sie zu zweit oder mehreren sind oder gar nach Einbruch der Dunkelheit kann das richtig gefährlich werden. Man sollte immer bewaffnet sein mit Stöcken und großen Steinen.

Ich nehme eine kleine Seitenstraße um in die Parallelstraße zu kommen, da kommen aus einem Grundstück wild bellend 2 große Hunde auf mich zu gelaufen. Mit drohender Stimme und bösem Blick versuche ich sie auf Abstand zu halten und beeile mich zu dem Auto zu kommen neben dem ein Tonganer steht. Ich weiß sie haben einen bestimmten Ausdruck mit dem sie die Hunde zurückschrecken, nur weiß ich leider nicht mehr wie das Wort heißt. Ich frag ihn. Er zuckt die Achseln, er habe immer einen Stock dabei für solche Fälle, und wir kommen ins Gespräch. Er meint die beiden Hauptstraßen und die dazwischenliegenden Querstraßen seien sicher und die meisten Hunde friedlich, nur diese wäre etwas kritisch, die Hunde gehören zum Chinesen-Supermarkt und mit denen sei nicht zu spaßen. Zum Glück sind sie aber jetzt wieder auf ihr Grundstück zurückgekehrt. Mein neuer Bekannter erzählt mir dass er in dem Haus hinter uns wohnt – ein schönes großes Haus stelle ich fest. Ja, seine Tochter sei Ärztin und er habe einige Zeit in den Staaten gelebt. Er heißt Tupou, so wie der König, aber das hat nichts zu sagen, Tupou ist ein Allerweltsname so wie John. Und er erzählt ein wenig wie es sich hier in Tonga so lebt. Wenn Du jemand essen siehst, sagt er, dann gehst Du da hin und sagst ‚oh ihr esst gerade‘ und dann isst Du einfach mit. Ach nein, das würde ich nicht tun. Oh doch, das machen alle hier so und lachend fügt er hinzu – darum sind wir auch alle so fett. Tupou bietet an ich solle doch nächste Woche wieder vorbeikommen, einfach nach ihm rufen, dann würde er mir die Insel zeigen aber jetzt müsse er leider los, eine Musikgruppe zusammenstellen für eine Hochzeit am Samstag und wir verabschieden uns wie alte Freunde. So haben mir die blöden Chinesen-Hunde meine erste Tonganische Bekanntschaft beschert.

Ich folge einfach den Straßen und staune wie viele riesige Kirchen sie hier haben. Die Tonganer sind sehr konservative Menschen und streng gläubig, überwiegend Christen. Der Sonntag ist reserviert für den Kirchgang und für die Familie. Arbeiten ist am Sonntag verboten. Alles ist geschlossen und die Stadt scheint in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein. Auch sportliche Aktivitäten sind verboten, nicht mal schwimmen oder fischen ist erlaubt. Auch wir Segler dürfen nicht an unseren Schiffen arbeiten und auch keine Wäsche aufhängen.

Die Straße scheint endlos, oft würde ich gerne in ein Seitensträßchen schauen, aber die vielen Hunde halten mich davon ab. 3 Stunden laufe ich nun schon so dahin. Ich kann kaum noch gehen und beschließe umzukehren, zurück Richtung Zentrum. Ein schickes großes Auto mit einem Tonganischen Paar darin hält neben mir – ob sie mich mitnehmen können ins Zentrum? – oh ja, gerne – Mann bin ich froh als ich endlich sitze. Im Zentrum an der großen Markthalle laden sie mich wieder aus. Es ist 3 Uhr Nachmittags und außer einem Marmeladenbrot zum Frühstück habe ich noch nichts gegessen und durstig bin ich auch. Ich kauf mir eine (hier kleine – bei uns riesige) Wassermelone, setz mich unter einen großen Baum in den Schatten, hol mein Schweizer Messer aus dem Rucksack und verspeise ein Viertel meiner Melone. Das ist gut gegen Hunger und Durst. So, nun bin ich wieder gestärkt genug für weitere Gemüseeinkäufe auf dem Markt, einem Stop-over beim Bäcker und den Rückweg zum Hafen und zur Carina.

 

So viel Wasser und doch nichts zum Trinken

Da schwimmen wir nun im größten Ozean unseres Planeten, wohin ich auch schaue, ringsherum so viel Wasser und ich mach mir Sorgen ums Wasser. Den ganzen Tag hatte ich damit verbracht den Wassermacher wieder zum Laufen zu bringen, denn der streikt seit dem Sturm auf dem Weg hier her. Er baut nicht mehr genug Druck auf um das Wasser durch die Membran zu pressen. Habe alles auf undichte Stellen überprüft, alle Filter gewechselt, Schläuche und Borddurchlass gereinigt, das Überdruckventil justiert und sogar den Pumpenkopf durch einen neuen ersetzt. Dabei den Wassermacher total zerlegt wieder zusammengebaut und wieder alles an seinen Platz montiert. Leider alles umsonst. Es muss irgendein Problem im inneren Centerblock bei der Clarkpump sein, aber an diesen Teil trau ich mich doch nicht dran. Ich habe wenig Hoffnung den Wassermacher innerhalb des nächsten halben Jahres wieder zum Laufen zu bringen dafür aber jetzt eine neue Herausforderung:  Trinkwasser finden.

Tongatapu hat keine Quellen oder Flüsse und auch keine Brunnen. Die gesamte Wasserversorgung erfolgt über die Sammlung von Regenwasser. Ich frage einen Tonganer was sie machen wenn es lange nicht regnet – er meint ganz lässig – Kokosnüsse – dann trinken wir eben Kokoswasser – schmeckt gut und davon haben wir mehr als genug. Oder man kann Wasser in den China-Läden in Flaschen kaufen. Kokoswasser zum Kaffeekochen und Zähneputzen kommt wohl für mich nicht in Frage und Wasser Flaschenweise in meinem Tank zu füllen wird etwas teuer. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt, bei meinem letzten Streifzug durch den Hafen habe ich bei den Fischern einen Wasserschlauch entdeckt. Da werde ich morgen hingehen und fragen ob ich ein paar Kanister füllen darf.

 

Stürmische Zeiten

Aus dem geplanten Wasserholen bei den Fischern wird heute nichts. Ich ankere zwar immer noch vor Nuku’alofa, aber es ist zu windig heute und das Meer zu rau für mein kleines Beiboot. Also bleib ich heute auf dem Schiff und verschiebe die Wasseraktion auf morgen. Mein Tank ist schon wieder fast leer, war eh sparsam, hat von Minerva bis jetzt gereicht, aber Haare waschen war bisher auch nicht drin. Für ca 2 Tage habe ich noch Wasser an Bord. Das Funkgerät übermittelt mir gerade den aktuellen Wetterbericht mit Starkwindwarnungen und kündigt heftige Regenfälle an, zu erwarten in der Nacht und morgen.

Diese Vorhersage freut mich denn so komme ich an frisches Wasser. Nun bin ich aber beschäftigt Regenwasser-Sammelsysteme zu erfinden. Eimer und Schüsseln auf Deck aufstellen das bringt nicht viel. Ich brauch Flächen von denen ich das Wasser in den Tank oder in Kanister leiten kann. Ich grabe in der Vorkabine nach meinen Abdeckungen die ich verwende wenn ich das Schiff einwintere. Um an die ran zu kommen muss ich die gesamte Vorkabine ausräumen, und nun liegen Schlafsack, Kissen, Segel, Leinen, Matratzen, Kisten und jede Menge Kleinkram im Schiff verteilt. Im Schiffsinneren herrscht wieder mal Chaos.

So ideal war diese Idee gar nicht, denn wenn ich die Abdeckungen aufspanne kann ich mich auf Deck nicht mehr bewegen, komme nicht mehr auf die Seitendecks und aufs Vordeck zum Anker. Dieser Plan ist unbrauchbar. Ich hol den Seeanker raus (für die Nichtwissenden: Ein Seeanker ist eine Art Riesen Bonbon-Tüte aus Planenstoff deren unter Spitze man abgeschnitten hat. Den kann man ans Heck oder an den Bug hängen kann um das Schiff abzubremsen wenn es im Sturm zu schnell wird). Das wäre ein schöner großer Trichter von 1,50 m Durchmesser. Ich versuch ihn aufzuhängen, im Rigg zu befestigen, aber der Wind ist zu heftig, das Ding flattert nur wild rum und kein Tropfen würde den Weg in den Trichter und schon gar nicht in irgendeinen Behälter finden. Es endet damit dass ich doch einfach nur alle an Bord zu findenden Eimer, Schüsseln und Töpfe auf Deck aufstelle, ein kleines Planen-Dreieck vorne am Bug über der Ankerwinsch aufspanne und einen Eimer drunter stelle und hoffe dass ich mir im Laufe der Zeit ein besseres Sammelsystem basteln kann. Dann räum ich mein Chaos im Schiff auf, richte mein Bett wieder in der Vorkabine und geh schlafen.

Der Wind ist inzwischen heftiger geworden, die Wellen höher und es schaukelt wieder wild. Ich schlafe schlecht, habe Kopfschmerzen von dem Geschaukel und mach mir ein wenig Sorgen da ich sehr nahe am Riff ankere. Es wäre vielleicht doch besser gewesen nach Pangaimotu hinüberzufahren, denn sobald der Wind wie vorhergesagt dreht würde ich dort ablandig ankern, hätte das Riff als Schutz vor den Wellen. Aber jetzt ist es längst dunkel und noch ist die Windrichtung in Ordnung.

Als ich morgens aufwache hat der Wind gedreht auf den Nordsektor und weht nun für mich auflandig, die Kette hat sich gestreckt und das Riff liegt nur wenige Meter hinter Carinas Heck. Die Wellen sind heftiger geworden, kurz und steil und ich fühle mich nicht mehr sicher an meinem Ankerplatz. Noch zögere ich, ich muss doch Wasser besorgen, brauche Obst und Gemüse und muss zum Internetladen um meine Simkarte nachzuladen und das kann ich alles nur hier in Nuku‘alofa.

Ein Blick auf den Tiefenmesser – oh je – jetzt ist es aber höchste Zeit – so nah war ich dem Riff die ganze Woche nicht. Es weht mit 30 Knoten. Ich hätte gern gewartet auf einen ruhigeren Zeitpunkt um den Anker aufzuholen aber jetzt hab ich es eilig. Ungekämmt, ungewaschen und noch im Nachthemd krabble ich aufs Vordeck, demontiere mein Regenwassersammelsystem (war eh umsonst – kein Tropfen fiel die ganze Nacht) sammle Eimer, Töpfe und Schüsseln wieder ein und will den Anker aufholen. Der Wind und die Wellen sind so heftig, dass sie, sobald der Kettenhaken entfernt war, die Kette aus dem Ankerkasten durch die Winsch hinausziehen, dadurch komme ich dem Riff nur noch näher. Jetzt wird’s stressig - schnell zurück ins Cockpit sprinten - Gas geben um vom Riff wegzukommen - aber ich komm kaum vorwärts -  der Motor ist nicht stark genug – alles ist gegen uns, Wind, Welle, Strömung – ganz langsam arbeiten wir uns vorwärts, Zentimeter um Zentimeter, und ich kann Stück für Stück die Kette aufholen. Da es hier überall sehr tief ist habe ich fast die ganze Kette draußen. Das bringt ein weiteres Problem mit sich. Carinas Kettenkasten ist nicht sehr tief und die Kette häuft sich darin auf so dass ich maximal 20 m einholen kann und dann steht es an oben an. Das bedeutet ich muss ins Schiff, von der Vorkabine aus den Ankerkasten öffnen, die Kette darin per Hand flach auslegen, wieder zu machen – wieder raus und das nächste Stück einholen – wieder rein – wieder auslegen – wieder raus - so ist das immer und unter normalen Bedingungen auch kein Problem – aber heute ist es eines. Es wird etwas hektisch und endlich kommt der Anker frei, mit Karacho über die Rolle und oben ist er. Gott sei Dank. Jetzt müssen wir nur noch vorwärts kommen. 1 Knoten, oft nur ein halber Knoten Fahrt bei Vollgas – schwitz – dann endlich haben wir genug Sicherheitsabstand vom Riff und allmählich schaffen wir auch bis zu 2 Knoten (unter Normalbedingungen fährt die Carina gute 5 Knoten unter Motor). Auf den 2 Meilen bis Pangaimotu zieh ich mir nun endlich Hemd und Hose an, denn ich kann ja schlecht im Nachthemd bei all den anderen ankernden Schiffen ankommen.

Je näher ich Pangaimotu und dem Schutz bietendem Riff komme umso ruhiger wird das Meer und umso schneller wird auch die Carina. Aber der Wind bleibt weiterhin sehr stark. Gut dass ich mich entschieden hab hier rüber zu kommen. Als ich den schon Weitem anvisierten Ankerplatz erreiche stelle ich fest dass ich genau neben Ponyo ankern werde, einem mir aus dem Minerva Riff bekannten Schiff. Ich sehe Costa gerade zur Ponyo zurückpaddeln während ich nach vorne gehe um den Anker klar zu machen – oh nein! – er hat sich unter der Rollreffanlage verklemmt und ist nicht freizukriegen. Heut passt aber auch gar nichts. Was nun? Es gibt weder Bojen noch Stege in ganz Tongatapu. Man braucht unbedingt den Anker. Ich fahre dicht an Ponyo ran und bitte Costa mir zu helfen. Mit dem SUP ist er sofort da und klettert an Bord. Ich hole den großen Gummihammer fahre das Schiff in freies sicheres Wasser um Costa zu helfen und bald haben wir den Anker wieder frei. Dann endlich - Anker unten - Ufff, geschafft. Ein bisschen nah am anderen Nachbarschiff, aber geht schon. Was für ein Unterschied zu meinem vorherigen Ankerplatz, bedeutend ruhiger hier. Ich bin froh dass ich hier bin. Jetzt, schon fast mittags, ist es aber höchste Zeit für die Morgentoilette und ein Frühstück.

 

Südseeromantik?
Ich „mache“ Wasser!

Palmen die sich im Wind wiegen, türkisfarbene Lagunen, dunkelhäutige Menschen die in einfachen Palmhütten leben – zusehen wie sie mit Schaufel und Hacke ihre Felder bestellen, wie die Fischer mit den bloßen Händen die schweren Netze einholen, wie Frauen Wasser tragen… Ein paar schöne exotische Fotos machen zum Herzeigen zu Hause und dann wieder zurück aufs komfortable Schiff, eine Süßwasser-Dusche zum Abkühlen, ein kaltes Bier oder Glas Wein in der Hand während die Sonne im Meer versinkt – Südseeromantik! So sieht das normalerweise für uns Reisende aus – egal ob als Hoteltourist oder als Segler. Jetzt aber lerne ich kennen wie sich anfühlt so ein Leben zu führen dass wir als so „romantisches“ bezeichnen.

 
Wie komfortabel war es doch sich über Wasser keine Gedanken machen zu müssen als der Wassermacher noch funktionierte. Jetzt aber ist es zu einer riesen Herausforderung für mich geworden an Wasser zu kommen. Es geht mir nun nicht anders als den Menschen die hier leben. Trotz allem, es macht das Leben an Bord wieder etwas mehr abenteuerlich.

Wie oft habe ich das wohl schon gesagt „Ich mache Wasser“. Aber eigentlich hat der Wassermacher Wasser gemacht, ich habe nur ein paar Hebel umgelegt und einen Schalter betätigt. Heute aber mache wirklich „ich“ Wasser. Und das ist erheblich mehr Arbeit.

Es bleibt stürmisch am Ankerplatz, niemand verlässt das Schiff, kaum jemand ist an Deck zu sehen. Ich installiere mein Regenwassersammelsystem wieder über der Ankerwinsch – ist zwar der ungünstigste aber leider der einzig mögliche Platz dafür – stelle wieder Eimer, Schüsseln und Töpfe auf Deck und warte auf den Regen. Endlich - die ersten Tropfen … dann richtig Regen, aber in meinen Eimern sammelt sich so gut wie nichts. Ich hänge je einen Eimer rechts und links unters Bimini – das ist etwas besser. Um die filigrane Konstruktion nicht zu schwer werden zu lassen schaue ich alle halbe Stunde nach draußen und entleere das Wasser aus den aufgehängten Eimern in eine Schüssel über die ich mehrfach gefaltete Geschirrtücher gespannt habe um das Wasser zu filtern. 3 Mal wiederhole ich den Filtervorgang um dann von dort über einen ebenfalls mit Tüchern bespannten Trichter das Wasser in die Reservekanister und den Tank zu füllen. Es ist mühselig, es dauert einige Stunden um wenigstens 10 l zu erhalten.

Der Wind hat weiter zugenommen und in der Richtung gedreht. Der Abstand zu meinem Nachbarschiff ist weniger geworden. Besorgt beobachte ich das und sehe auch meinen Nachbarn immer wieder im Cockpit die Situation beobachtend. Eigentlich sollte ich den Anker aufholen und mir einen anderen Platz suchen, aber bei dieser Aktion würde ich ihm wahrscheinlich noch näher kommen und schlimmstenfalls kollidieren. Außerdem muss ich dazu meine Abdeckung und die ganze Regenwassersammelkonstruktion die übers gesamte Schiff verteilt ist wieder entfernen. Ich mag da auch gar nicht vorgehen. Der Bug taucht schon wieder dauernd in die Wellen, das Schiff schaukelt verrückt  und es regnet in Strömen. Ich funke meinen Nachbarn an um die Lage zu besprechen. Wir haben noch ca 5 m Abstand zueinander. Wir einigen uns darauf dass ich mehr Kette rauslasse. Ich klettere vor, kriech unter die Abdeckung in der Hoffnung so an den Kettenhaken zu kommen, denn der muss nun erst mal weg. Ich falle fast über Bord bei der Aktion, werde tropfnass, tauche mit dem Bug in die Wellen, es dämmert bereits, ich lass mehr Kette raus, aber nach ca 7 m ist Schluss. Die Kette steckt fest. Ich klettere nach drinnen öffne über die Bugkabine den Ankerkasten um festzustellen dass bereits alles was ich an Kette habe draußen ist. Und ich dachte ich hätte noch fast 20 m Reserve. Wieder vor, wieder den Kettenhaken dran und jedes Mal wenn ich zurück ins Cockpit klettere, vorbei an den aufgehängten Eimern, bekomme ich einen Schwall vom mühselig gesammelten Wasser über den Rücken gegossen.  Die ganze Aktion hat also so gut wie nichts gebracht außer dass meine Klamotten und meine Haare nun tropfnass sind. Die werden heute nicht mehr trocken – muss wohl mit nassen Haaren schlafen. Nochmal ein Funkgespräch mit meinem Nachbarn. Er holt 10 m Kette ein und nun haben wir endlich genug Abstand zueinander für eine halbwegs beruhigte Nacht.

Jetzt wo meine Haare vom Regen eh schon tropfnass sind hole ich das Shampoo und wasch mir nun im Regen die Haare. Endlich in trockenen Klamotten ein Handtuch auf dem Kopf sehe ich weitere Nachbarn aktiv werden. Wir waren nicht die einzigen die um ihre Plätze gekämpft haben. 2 weitere Schiffe sind am neu ankern. Einer weil er dem Riff zu nahe kam der andere weil er seinem Nachbarn zu nahe kam. Dann endlich kehrt Ruhe ein. Und eine Stunde später hat der Wind schlagartig aufgehört zu wehen, das Meer ist absolut ruhig als wär nichts gewesen. Und so bleibt es die ganze Nacht und den ganzen nächsten Tag. Nur der Regen blieb uns in der Nacht noch treu und ich bin noch viele Male aufgestanden um meine Eimer zu entlasten und das Wasser zu filtern. Am Morgen hatte ich 30 l Trinkwasser in meinen Tank füllen können. Das viele Regenwasser das sich im Beiboot gesammelt hat, schöpfe ich nicht einfach über Bord sondern fülle und filtere es in Kanister und Eimer und verwende es als Brauchwasser zum Geschirrspülen und Wäschewaschen. So habe ich nochmal 20 l gewinnen können.

 

Ruhige Zeiten

Ein Bootsnachbar paddelt von Schiff zu Schiff und verschenkt Bananen. Er hat von den Einheimischen eine ganze Staude bekommen, die kann er unmöglich alleine aufessen.

Später am Vormittag fahren viele von uns zum Strand hinüber auf einen Morgenplausch und Spaziergang. Ich wandere rund um Pangaimotu Island. Kleine schwarzbraun und schwarzweiß gefleckte Ferkel laufen zwischen einfachen Hütten im dichten Palmenwald umher. Gelegentlich kommt auch mal eins an den Strand herunter.  Große gelbe Blüten hängen an Bäumen und graue Wolken am Himmel. Trotzdem ist es schön und warm. Allmählich kommt die Sonne raus und ich rudere nicht zurück zur Carina sondern hinaus zum Wrack das hier vor Big Mamas Kneipe liegt und betrachte es von allen Seiten. Es ist nicht das einzig Wrack hier. Der Wirbelsturm 2012 hat zahlreiche Schiffe aufs Riff geworfen und da liegen nun Frachter, Fähren, Fischerkähne und rosten langsam vor sich hin.

Der Wetterbericht gibt weiterhin Starkwind-Warnungen heraus und obwohl nun der Abstand zu meinem Nachbarschiff wieder ganz passabel aussieht ankere ich nun neu, etwas weiter von ihm entfernt.

Am Nachmittag, bei Hochwasser ist der Strand fast verschwunden und weil es immer noch windstill und das Meer noch ganz ruhig ist, rudere ich hinaus aufs Riff um zu erkunden wo der beste Platz zum Schnorcheln sei. Es ist gar nicht nötig zu schnorcheln. Das Wasser ist hier grad mal einen Meter tief und so klar dass man die Korallen und die vielen Fische genauso gut vom Beiboot aus sehen kann. Langsam lass ich mich von der Strömung dahintreiben, sehe riesige fette Seesterne zwischen den Korallenblöcken, Doktorfische, Kaiserfische und kleine leuchtendblaue Fische, und viele weitere zwischen den Korallen hin und her schwimmen.

Auf dem Rückweg lädt mich mein Nachbar von der Kotoukou zu Tee und Kuchen ein, weil ich ihm vor einigen Tagen geholfen hatte einzuklarieren. Er ist gerade beschäftigt die durchgescheuerten Reffleinen seines Einhandreffs auszuwechseln was aber Probleme macht. Irgendwo steckt die Leine fest und will nicht durch. Wir versuchen es gemeinsam und bald habe ich das Problem erkannt und wir kriegen die Leine endlich durch. Damit habe ich mir eine weitere Einladung zu Kaffee und Kuchen erarbeitet, lacht Tim.

 

Huhn vom Hozkohlegrill und Sprachunterricht Tongaisch

Die Rückseite des Tiefs hat uns nun erreicht und der Wind weht uns wieder kräftig um die Ohren und beschert uns nochmal einige Liter Trinkwasser. Draußen ist es greislig. Ich räume im Schiff auf, und erledige all die Arbeiten zu denen ich sonst keine Lust habe. Spätnachmittags hellt sich der Himmel etwas auf und ich rudere rüber zur Koutokou auf einen Sundowner. Der Sonnenuntergang ist großartig und mit Gesellschaft und einem Gläschen Wein gleich noch schöner.

Der Ankerplatz in Pangaimotu leert sich, die 37 Schiffe der Pacific Circuit Ralley sind weitergezogen und auch ich bin zurück auf meinen Ankerplatz vor Nuku’alofa gewechselt. Da sind wir nun zu dritt, Tim von der Koutukou, Douglas auf Gillean und ich mit der Carina, alles Einhandsegler. Und es ist Samstag. Da findet am Hafen immer ein großer Markt statt. Es gibt viel zu schauen, aber nichts zu kaufen was für uns interessant wäre – außer einem gegrillten Huhn. Darauf freue ich mich schon die ganze Woche, denn das hatte ich schon letzte Woche entdeckt. Auf einem alten rostigen Autoanhänger brennt ein Holzfeuer und darüber werden knusprige Hähnchen gegrillt. Aber das Huhn kaufe ich zuletzt, vorher hab ich noch ein paar andere Dinge zu erledigen. Damit ich es nicht wieder verpasse frage ich den dicken Herrn hinterm Grill “Wie lange bist Du heute noch da?“ Und im nächsten Moment wird mir klar das dies eine dämliche Frage war, speziell in Ländern wie Tonga. „Bis alles verkauft ist“ grinst er. Es sind noch viele Hühnchen da, und ich rechne mir gute Chancen aus später noch eins zu erwischen.

1 Stunde später bin ich zurück und er hat noch einige Hühner.  Er freut sich offensichtlich dass ich mein Versprechen gehalten habe. Wir sind uns einig dass ein Holzkohlehuhn doch viel besser als ein Gasgrillhuhn schmeckt. 4x so gut sagt er, während den Grillkorb wendet. Und während sein kleiner Sohn mein Huhn einpackt, die kleine Tochter SweetChilliSauce drüber kippt bekomme ich Sprachunterricht in Tongaisch:

Malo aupito = Vielen Dank
Malo e lelei -= Hallo
Alu’a = Aufwiedersehen zu jemand der geht
Nofo’a = Aufwiedersehen von dem der geht

Und das Huhn für 2,40 Euro hat ganz hervorragend geschmeckt.

 

Die Polynesische Köchin …

… hat sich sicherlich keine Haube verdient, nicht mal einen Stern. Ich habe beschlossen Palusami zu machen. Das kenne ich aus Samoa und habe zugeschaut wie sie es im Umo (im Erdofen) zubereiten. Man faltet Taroblätter zu einer Art Korb, füllt Kokoscreme hinein und bäckt es im Erdofen. Statt Erdofen muss der Gasherd herhalten, Taroblätter habe ich auf dem Markt bekommen und die Kokoscreme will ich diesmal selbst machen denn ich habe mir heute eine Trinknuss (Kokosnuss) gekauft. Nachdem ich das Kokoswasser gleich vor Ort getrunken hatte habe ich nicht wie üblich die Nuss weggeworfen sondern sie mit nach Haus genommen um aus dem Fruchtfleisch Kokoscreme zu machen. Dazu muss man nur das Fruchtfleisch raspeln und auspressen. Und das will ich nun tun. Die Einheimischen würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen wenn sie mich sehen könnten wie ich versuche ans Innere der Kokosnuss zu kommen. Eigentlich ist es ganz einfach. Man haut kurz mit der Rückseite einer Machete genau auf die Mitte der Nuss und sie zerfällt in 2 Hälften (so habe ich das auf den Marquesas gelernt) aber leider funktioniert das nicht bei mir. Erstens habe ich keine Machete und alles andere das ich verwenden will, von Hammer über Schraubenzieher und Küchenmesser funktioniert nicht. Also sitz ich nun da und versuche mit dem schärfsten und größten Messer das ich besitze, einem Keramikmesser, an den Inhalt zu kommen. Unglaublich - wenig später sieht das Messer aus als hätte jemand von der Schneide abgebissen – es ist einfach zerbrochen und die Kokosnuss immer noch zu. Ich schaffe es mit einem weiteren (nun wieder Edelstahl) Messer die kleine Öffnung in der der Strohhalm steckte ein wenig zu vergrößern und kratze dann mit einem Schraubenzieher (dem einzigen Teil an Bord das lang und dünn genug ist für die kleine Öffnung) das Fruchtfleisch heraus. Es sieht so einfach aus wenn die Einheimischen Kokosnüsse öffnen und verarbeiten aber für mich ist es Schwerstarbeit. Letztendes war ich doch erfolgreich, habe mein Fruchtfleisch ausgepresst und meinen erste selbst gemacht Kokoscreme fülle ich nun in die Taroblätter, wickle sie in Alufolie und werf sie in einem Topf mit kochendem Wasser. Es war nicht so gut wie das Palusami aus dem Erdofen in Samoa, aber nicht schlecht.

Ich habe mir vorgenommen mich überwiegend von dem zu ernähren was die Polynesier auch essen – und heute steht die Tarowurzel auf dem Speiseplan, eine große weiße Knolle deren Schale dunkelbraun ist und wie Rinde aussieht und ganz schön jucken kann. Die Taroknolle ist hier Ersatz für Kartoffeln und wird entweder einfach nur gekocht oder gebacken oder als Püree oder gebraten oder frittiert gegessen. Man muss die Tarowurzeln zuerst schälen und kochen da sie Oxalsäure enthalten die erst beim Kochen oder backen zerstört wird. Das Püree das ich hergestellt habe war nicht so mein Fall, hatte eher eine Konsistenz und Geschmack wie Tapetenkleister. Die Knollen in Kokosmilch gekocht und gut gewürzt waren etwas besser. Am Besten haben sie mir geschmeckt nachdem ich die gekochten Würfel mit Öl und Rosmarin angeröstet habe. Es gibt noch viel auszuprobieren in der Polynesischen Küche. Yams, Maniok, Kassava, Hawaii und weitere Wurzeln will ich noch erkunden. Vielleicht finde ich bald ein neues Lieblingsgemüse.

 

Tsunamiwarnung - auf was man in Tonga stolz ist – und die Welt ist so klein

Inzwischen habe ich es geschafft auch an Wasser zu kommen wenn es mal nicht regnet. Die Fischer haben mich bereitwillig und kostenlos meine kleinen Kanister füllen lassen und so konnte ich in 2 Touren 50 l Wasser bekommen. Das heißt also „Wasser tragen“. Denn bei den Fischern kann ich weder mit der Carina noch mit dem Beiboot anlegen. Ich muss also die Kanister 200 Meter bis zum Beiboot schleppen und dann zur Carina bringen und in den Tank umfüllen. Der ist jetzt erst mal wieder voll.

Das Funkgerät meldet sich. Es gab ein Erdbeben der Stärke 7 südlich von uns und nun sei mit einem Tsunami zu rechnen. Für mich in relativ tiefem Wasser und auf der Nordseite der Insel dürfte das eher spannend als gefährlich werden, aber für die Leute auf der Insel die flach wie ein Brett ist und fast auf Meereshöhe liegt wird das nun schon sehr aufregend. Zum Glück gibt es 3 Stunden später bereits wieder Entwarnung.

So kann ich nun unbesorgt die Carina wieder alleine lassen und zur Gasfüllstation marschieren um Carinas Gasflasche füllen zu lassen. Nachdem ich inzwischen ein gutes Repertoire an Adaptern habe geht das hier auch problemlos. Ein Tonganer ist erstaunt dass ich zu Fuß zur Station kam (sie kommen alle mit dem Auto) und er wartet bis ich fertig bin um mich zum Hafen zurück zu fahren. Die sind einfach nett die Tonganer, das wär sonst ein 20 Minuten Fußmarsch mit der schweren Flasche im Rucksack gewesen.

Es amüsiert mich immer wieder worauf man hier in Nuku‘alofa stolz ist
- in dem Land zu sein wo die Zeit beginnt, also als erste den neuen Tag und das neue Jahr begrüßen zu können
- die einzige Einbahnstraße Tongas zu haben (die ist grad mal 300 m lang)
- den einzigen Spielplatz Tongas zu haben (mit Spiel- und Klettergeräten wie wir sie kennen) und dementsprechend voll ist er auch.

Ein neues Schiff kommt an. Es hat die gelbe Quarantäneflagge gehisst. Das heißt es kommt gerade neu in Tonga an und muss erst noch einklarieren. Und es hat eine deutsche Flagge. Ich beobachte sie einige Zeit wie sie das Beiboot zu Wasser lassen und sich abmühen den Außenborder zum Laufen zu bringen. Nach 2 Stunden sind sie immer noch erfolglos und ich rudere mal rüber um sie zu begrüßen und zu fragen ob ich evtl. etwas für sie tun könnte. Das „Servus“ das auf mein Hallo folgt hört sich bayrisch an und tatsächlich sie sind aus Bayern, aus Altötting. 5 km davon entfernt habe ich 10 Jahre gelebt. Die große weite Welt ist so klein. Ich biete an sie mit meinem Beiboot an Land zu bringen um einzuklarieren und einen Mechaniker für den streikenden Außenborder zu finden. Noch ahne ich nicht dass auch ich bald Hilfe für mein Beiboot brauchen werde.

 

Abenteuer Busfahren und die Suche nach einem Blasebalg

Heute will ich mir mal die Hauptinsel Tongatapu, Tongas größte Insel, anschauen, einfach einen Bus nehmen und über die Insel fahren. Nuku‘alofa befindet sich ziemlich in der Mitte der Insel an der Nordküste und so richtig hab ich mich noch nicht entscheiden wohin ich fahren soll, vielleicht zu den Blowholes auf der Südseite der Insel und hinterher zum einzig wirklichen Supermarkt (nach europäischem Standard) auf der anderen Inselseite um dort hoffentlich Kaffee kaufen zu können, denn so einen hab ich in den 20 China-Läden die ich bisher abgeklappert habe noch nicht finden können.

Das Beiboot hat zu wenig Luft. Über mehrere Tage hinweg verliert es immer ein wenig, das ist normal wenn die Dinger älter werden. Ich muss ein wenig nachfüllen – Mist, der Blasebalg bläst die Luft seitwärts raus statt durch den Schlauch ins Boot. Er löst sich gerade auf, der Gummi hat sich aus dem Stahlring gelöst und eine große Öffnung klafft nun dort. Mit Tape kleb ich das erstmal wieder zusammen. 2 Blaser und dann platzt die andere Seite auf und keinerlei Luft strömt in mein Dhingy. Mit viel Mühe kann ich den Gummi mit dem Schraubenzieher wieder unter die Stahlmanschette schieben und mit Tape festkleben. Es geht so recht und schlecht, kann etwas Luft ins Dinghy bringen, aber richtig prall aufblasen geht  nicht. Das ist ein Riesenproblem. In ganz Tonga wird es keinen Blasebalg geben und ohne Luft schwimmt mein aufblasbares Dinghy leider nicht. Elke und Werner vom Trans-Ocean Stützpunkt in Vava’u, die ich angeschrieben hab ob es irgendwo Pumpen oder Blasebälge in Tonga gäbe urlauben bis September in Deutschland. Ich muss mich wohl selbst auf die Suche machen wenn ich nicht bald an Land schwimmen will. Das wird noch spannend.

Jetzt aber hab ich erst mal genug Luft für heute und fahre an Land. Es ist bereits 11:00 Uhr geworden mit der ganzen Bastlerei.

Am ersten Busbahnhof frage ich den einzigen anwesenden Busfahrer der gerade seinen Sitz auf Schlafstellung gebracht hat und Mittagspause macht. Er fährt nach Osten und zeigt mir auf der Karte wohin. Sie sind wohl keine Karten gewohnt denn es hat ganz schön gedauert bis er sich darauf orientieren konnte. Ich musste ihm zeigen wo wir sind. Und der Bus zu den Blowholes und zum Supermarkt fährt am anderen Busbahnhof ab, sagt er. Also 100 m weiter zum Westbusbahnhof (auch nur ein Sandplatz ohne irgend etwas darauf, wie der Ostbusbahnhof auch). Dort frage ich wieder. Nein das wäre der Bus der da weiter vorne halten wird wenn er denn dann kommt. Wo fährst Du denn hin? frag ich ihn. Hihifo steht auf der Windschutzscheibe, wo auch immer das sein mag – es muss im Westen liegen denn Hihifo heißt „West“. Er zeigt auf meiner Karte auf die westlichste Spitze Tongas und sagt „it is nice there, jump in“ und ich denk mir “ist doch egal wohin ich fahre“ und steig ein.

Es gibt hier weder Fahrpläne noch Haltestellen (außer den beiden Busbahnhöfen in Nuku’alofa). Der Bus fährt am Busbahnhof los wenn er voll genug ist. Wer aussteigen will ruft einfach und wer mitwill winkt am Straßenrand. Der Bus hält überall und wenn nötig alle 10 Meter.

Der Bus, ein 20-Sitzer, ist alt und klapprig, die Sitze durchgesessen und mit offensichtlich handgenähten Stoffen der verschiedensten Farben und Muster überzogen – das Original ist längst verrottet. Auf der einen Seite befinden sich Einzelsitze auf der anderen 2er Bänke. Gleich gegenüber der Tür ist eine freie Sitzbank. Erst sitz ich noch auf dem Sitz am Gang entscheide mich aber dann ans Fenster zu rücken um mehr zu sehen. Das war ein Fehler, denn dieser Sitz besteht nur noch aus dem Stahlrahmen und dem drüber gespannten Stoff, das Polster ist nicht mehr vorhanden. Das merkt man erst (schmerzlich) wenn man darauf sitzt. Der Bus hält und weitere Fahrgäste steigen ein – zum Zurückrücken auf den anderen Sitz ist es nun zu spät denn ein Herr mit einer Palette Eiern in der Hand bemüht sich gerade dort Platz zu nehmen ohne die Eier fallen zu lassen. Mein Hintern tut weh, aber das muss ich nun aushalten. Aufstehen geht auch nicht – ich käme an den Eiern nicht vorbei – und außerdem ist der Bus jetzt voll – bis zur Außenkante der Tür die immer offen ist. Ich bezweifle ohnehin dass sie sich überhaupt noch schließen lässt. Zumindest hab ich noch nie einen Bus mit geschlossener Tür gesehen und erstaunlicherweise ist auch noch keiner zur Tür herausgepurzelt. Wenn mein Sitzplatz auch sehr unbequem ist habe ich wenigstens eine nette Unterhaltung mit dem Eiermann neben mir der David heißt.

Eine Stunde später - angekommen – an der Endstation im Nirgendwo. Mein Hinterteil ist längst gefühllos taub. Der Busfahrer fragt wie lange ich bleiben will? Weiß nicht so recht, wann geht denn der letzte Bus zurück?

Er überlegt eine Weile und beschließt er holt mich hier um 15:30 wieder ab. Ich habe 3 Stunden am Ende der Welt.

Das Dörfchen in dem er mich ausgeladen hat besteht aus wenigen Häusern. Ich wandere ans Ende der Insel quer durch den Busch durch Taroanpflanzungen und Felder (nur das gewohnte Auge erkennt dass es sich hierbei um ein Feld handelt, denn es sieht nicht viel anders aus als der Busch rundherum). Am Strand an der Westküste der Insel befinden sich ein paar sehr einfache Resorts und eine Handvoll Touristen. Um 15:00 wandere ich wieder zurück Richtung Endstation. Da macht es Tüt-tüt hinter mir, der Bus! Ich spring rein, wir sammeln noch ein paar weitere Passanten unterwegs ein und machen uns auf den Rückweg – 30 Min früher als vereinbart. Ob er wohl auf mich gewartet hätte wenn ich erst um 15:30 erschienen wäre?

Den nächsten Tag verbringe ich damit die Läden nach einem Blasebalg abzuklappern. Wo ich auch frage sehe ich nur fragende Blicke. Einen Blasebalg oder eine Pumpe? Wofür? Um Luft in ein Boot zu pumpen? Das war mir eigentlich klar, denn hier gibt es absolut gar nichts das man aufblasen könnte, weder Boote noch Luftmatratzen, Spielzeug oder Fahrräder, wozu also sollte man hier Luftpumpen oder Blasebälge verkaufen. Ich könnte doch beim Auto-Reifenhändler mein Boot aufblasen lassen, lautet der gut gemeinte Ratschlag … ooohhh, die haben echt keine Ahnung, wie soll man denn ein schweres Beiboot durch die halbe Stadt tragen und das Ventil würde ja auch nicht passen. Die Suche blieb wie erwartet erfolglos und ich muss mich wohl ab jetzt ständig in der Nähe anderer Segler aufhalten in der Hoffnung dass sie einen Blasebalg haben der auf das Ventil meines Bootes passt den sie mir alle paar Tage mal leihen könnten.

 

Spanish Tonga und ein Party Boot

Wieder mal in Pangaimotu habe ich meinen Ankerplatz neben einem spanischen Schiff gewählt. Es ist das erste spanische Schiff das ich im Pazifik treffe. Erfreut sehe ich an ihrem Heck ein kleines Dinghy hängen, so eines wie meines – ob die wohl eine passende Pumpe haben um bei mir mal nachzublasen? Die sich gerade ausbreitende Hoffnung schwindet sofort wieder als ich sehen muss dass sie gerade den Anker aufholen – wie gewonnen so zerronnen – denk ich mir.

Aber sie winken und fahren ganz nah an die Carina heran. Der Skipper stellt sich als Serge vor und fragt wo er Diesel bekommen könne und wie der Hafen ist – und ich erzähle von meiner kaputten Pumpe. Sie können evtl helfen – sagt er - und weg sind sie. ????

Wenige Stunden später sind sie zurück und Serge rudert zu mir herüber. Ich erzähle ihm was ich weiß über Nuku‘alofa und was sie wo bekommen können und dass es außer Kaffee und Luftpumpen eigentlich alles gibt.  Er hat seine Pumpe dabei und bläst nun mein Dinghy auf - und er glaubt meinen Blasebalg reparieren zu können – ja und Kaffee haben sie auch genug. Und dann ist er wieder weg, mit meinem Blasebalg.

Ich putze Carinas Wasserlinie die noch von der Überfahrt grün und mit Entenhalsmuscheln besetzt ist und sehe meine Nachbarn an Land fahren. Um 16:00 Uhr habe ich alles erledigt und rudere ebenfalls an Land zu einem Spaziergang um die Insel ... aber wie so oft kommt es anders als man denkt. Beinahe hätte ich eine schnorchelnde Frau überfahren, wär nicht schlimm gewesen, ich rudere ja – und sie sagt der Skipper sei an Land und mein Blasebalg repariert – sie ist vom spanischen Schiff. Aus einem mir nicht erklärbaren Grund lande ich das Beiboot diesmal nicht am Sandstrand sondern am Steg der kleinen Fähre. Der Steg endet genau in Big Mamas Bar und eh ich mich versehe drückt mir ein Mann mit langem lockigem Haar ein Glas Wein in die Hand. Das ist Enrique höre ich Serge sagen, der mit 2 Frauen am Tisch dahinter sitzt und er meint den Lockenkopf der mir gerade den Wein in die Hand gedrückt hat. Salute! Wir sind so stolz auf dich weil Du alleine segelst, sagt er und so ende ich bei Ihnen am Tisch auf dem ein Weinkühler, einige Gläser und Flaschen Wein stehen. Enrique hat Tausend Fragen denn er will auch ein Schiff kaufen und Einhandsegeln und Serge muss übersetzen denn ich versteh so gut wie kein Spanisch. Wir plaudern, trinken Wein, streicheln kleine Schweinchen mit geflecktem Fell die durchs Lokal laufen und inzwischen geht die Sonne unter – aus dem Spaziergang ist nichts geworden – dafür bin ich eingeladen mit den Spaniern auf ihrem Schiff San Juan zu feiern – Sonnwend. Auf der Benneteau 47 ist jede Menge Platz. Und es gibt weiterhin Wein, Bier, Rum und Popcorn. Sie sind auf einem Chartertörn rund um die Welt unterwegs, bunt zusammengewürfelt und verstehen sich prächtig. Serge hat tatsächlich meinen Blasebalg repariert - mal sehen wie lang das hält - und er hat ein Pfund Kaffee für mich – das sei ein Geschenk zu San Juan. Es ist wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zugleich. Und dann ist Party. Ich amüsiere mich mit ihnen wie sie ausgelassen tanzen singen trinken und denk mir die kleine Carina wär bei dem Gehopse längst gekentert. Ich fühl mich zurück versetzt in meine Charterzeit in Party Meer, wie ich die Adria zu nennen pflege. Musik dröhnt über den Ankerplatz die Decksbeleuchtung flackert als Discolicht und 5 Spanier tanzen singen  feiern während über uns die Sterne leuchten. Mit Küsschen links, Küsschen rechts und dem Versprechen dass sie morgen früh um 8 Uhr alle zu mir zum Kaffee kommen verabschiede ich mich aus der fröhlichen so gastfreundlichen Runde und rudere zurück zur Carina die still und geduldig auf mich wartet.

Am nächsten Morgen um 08:00 Uhr regt sich noch gar nichts auf meinem Nachbarschiff und meine Besucher bleiben aus – das war ohnehin anzunehmen denn die Party ging noch sehr lange in die Nacht hinein.

So trink ich halt den neu erworbenen spanischen Kaffee alleine und mache bereits Pläne zum Weitersegeln. Das Wetter verdirbt mir leider das Heilala Festival für das ich solange hiergeblieben bin. Wenn ich bleibe habe ich die nächsten beiden Wochen keine Chance hier wegzukommen – es wird zu stürmisch und der Wind kommt aus der falschen Richtung. Das würde auch bedeuten dass es hier schwierig wird mit dem Beiboot an Land zu kommen und heftig regnen wird es auch. Und so lass ich das Festival sausen, begebe mich auf  Einkaufstour, Wasser holen, Crusing-Permit besorgen … und dann bin ich auch schon weg – unterwegs zu den Ha’apai Inseln.

 

Zu den Fotos

 

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