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Carina's Logbuch

August 2018


Auf der Suche nach dem Paradies - Tahiti

 

Nachdem das Beiboot verstaut und der Kakerlak besiegt war (siehe letzter Bericht) konnte es also nun losgehen. Vor uns liegen 850 Seemeilen die die Marquesas von Tahiti trennen. Schiff Ahoi – Tahiti, Perle der Südsee – wir kommen.

Die Überfahrt war traumhaft, bei beständigem Wind mit 5 Beaufort auf einem Raumschotkurs, moderatem Seegang und ständig blauem Himmel rauschte die Carina mit 5 bis 6 Knoten dahin. Eine der angenehmsten Überfahrten die ich je hatte, mit einer kleinen Ausnahme:


In den Tuamotus

Zwischen den Marquesas und den Society Inseln, dessen Hauptinsel Tahiti ist, liegen die Tuamotus, unzählige kleine Atolle mit Palmen gesäumten weissen Stränden und Riffs in denen man herrlich schnorcheln könnte. Aber ich werde dort nicht anhalten, die Segel-Saison ist nicht lang genug und es gibt viel zu viele Inseln die auf dem Weg liegen. Alle kann man nicht besuchen und so sind die Tuamotus auf der Black-List gelandet. Aber durch sie durch segeln muss ich trotzdem und die Passagen zwischen den Inseln sind recht schmal, die beitesten grad mal 12 Seemeilen.

5 Inseln liegen auf meinem Weg an denen ich vorbeikommen muss und weil es der Zufall so will ist es wieder mal Nacht als ich die erste Insel erreiche. Also nichts mit Schlafen, aufbleiben und den Kurs genau überwachen damit wir nicht auf einem Riff enden.
Als der Morgen graut bin ich gerade in der engen Passage zwischen 2 Inseln und die dritte liegt genau vor mir auf meinem Kurs. Ich habe ziemlich viel Segel draußen und rausche mit 5 Knoten dahin. Ich habe ausnahmsweise auf Autopilot umgestellt weil der den Kurs exakt einhält während die Windsteuerung sich nach dem Wind richtet und so bei jeder Windrichtungsänderungen auch den zu steuernden Kurs ändert. Und genau das kann ich hier gerade nicht gebrauchen.

Ich bin unten in der Kabine als sich das Schiff plötzlich auf die Seite legt, so sehr dass die Genua dabei ins Wasser taucht und sich das Schiff auch von selbst nicht mehr aufrichtet. Wo kommt den plötzlich dieser brutale Wind her? Und warum von vorne, hatten wir ihn doch gerade noch von schräg hinten. Ich haste zum Niedergang, klettere nach draußen, krieche auf dem Boden zur Pinne, nehm den Autopilot ab, der es unter diesen Extrembedingungen nicht mehr geschafft hat den Kurs zu halten und deshalb das Schiff in den Wind gedreht hatte. Ich versuche das Schiff aus dem Wind vor den Wind zu drehen. Leichter gesagt als getan. Der Wind ist so heftig dass ich mit aller Kraft das Schiff nicht halten kann – hab ja auch viel zu viel Segel draußen für diesen Wind – und jetzt regnet es auch noch. Es schüttet, Meer und Luft sind weiß von Regen und Gischt. Immer noch auf dem Cockpitboden sitzend mit den Beinen eingespreizt um nicht wegzurutschen oder rauszufallen halte ich die Pinne umklammert und versuche vor dem Wind abzulaufen. Ich müsste reffen aber das geht jetzt nicht, kann die Pinne nicht loslassen und würde die Reffleine von hier unten auch gar nicht erreichen können. Den Niedergang müsste ich auch schließen denn es regnet jetzt voll ins Schiff hinein. Aber ich kann hier nicht weg, sonst liegt das Schiff gleich wieder flach. Ich kann überhaupt nichts sehen in diesem Getose, weiß nicht wohin ich steuere und wie weit die Inseln, deren Palmen ich gerade noch bewundert habe, entfernt sind – steuere ich auf sie zu oder an Ihnen vorbei? Ich kann nichts anderes tun als die Pinne festzuhalten vor dem Wind abzulaufen und hoffen dass es bald vorbei ist und alles gut geht.

20 Minuten später - es hört auf zu regnen und der Wind beruhigt sich wieder, die Sicht ist wieder klarer, die Inseln wieder sichtbar und ich bin klatschnass und erschöpft.
Ich habe soeben meinen allerersten richtigen Squall erlebt, und das absolut überraschend und unvorbereitet. Jetzt weiß ich also auch was ein Squall ist.

Inzwischen habe ich das Schiff wieder unter Kontrolle, reffe das Segel und geh mich erst mal abtrocknen und was Trockenes anziehen bevor ich das Regenwasser im Schiffsinneren aufwische. Jetzt bräuchte ich eigentlich eine Pause, aber das Schiff ist jetzt so langsam … ich werde doch wieder etwas mehr Segel setzen. Bis ich ausgerefft und das Segel wieder getrimmt habe sehe ich den nächsten Squall herannahen. Schnell wieder reffen, das Schiff vor den Wind bringen und den Niedergang schließen und wieder sitz ich im Regen auf dem Boden und steuere ins Nirgendwo, denn sehen kann ich wieder gar nichts. Diesmal war es nur halb so schlimm da ich ja vorbereitet war und beim 3. Squall (jetzt weiß ich ja wie das geht) habe ich alles so weit vorbereitet das ich der Windsteuerung das Schiff überlasse und im Trockenen im Schiffsinneren auf meiner Bank liegend warte bis alles vorbei ist während ich mit der Navigationssoftware auf dem Tablet beobachte wohin wir fahren und ob wir heil an den Inseln vorbeikommen.

Nachdem wir auch die letzte Insel passiert haben ist auch der Spuk mit den Squalls wieder vorbei, der Himmel wieder blau und der Wind weht wieder beständig aus Ostsüdost.


Traumkulisse bei Sonnenaufgang

Es ist Sonntagmorgen und vor mir liegt Tahiti im Morgenlicht. Atemberaubend schön. Schroffe bis zu 2240m hohe Vulkangipfel, tiefe Täler und alles mit üppiger tropischer Vegetation überzogen. An den Hängen kleben vereinzelte Ortschaften. Wellen brechen sich am Riff das die Insel fast vollständig umgibt. Nur vereinzelt gibt es Passagen durch das Riff um zur Insel vorzudringen.

Als erster Europäer sichtete Alvaro de Mendana de Neira 1585 die Marquesas und in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts landete Samuel Wallis 1767 in Tahiti, dicht gefolgt von Louis-Antoine Bougainville, James Cook und Wiliam Bligh. Bougainville war es der die Insel so bildhaft beschrieb und seine Frauen als die Allerschönsten rühmte. (Vielleicht weil er Franzose war und seit 6 Monaten keine Frauen gesehen hatte?).
Alle näherten sich der Insel von Osten her und hatten den selben fantastischen Anblick wie ich heute. Ich passiere gerade den ältesten Leuchtturm des gesamten Pazifiks, Der steht auf Point Venus, einem Kap das so benannt wurde da hier James Cook mit der HMS Endeavour vor Anker ging um am 03. Juni 1769 den Durchgang der Venus vor der Sonne zu beobachten. Man erhoffte sich damit den Abstand von der Erde zur Sonne ermitteln zu können.

Die Besiedelung wird dichter und ich habe die ersten Vororte von Pape’ete erreicht. Das herrliche Panorama ist inzwischen einem langweiligem hügeligen dicht besiedelten Küstenstreifen gewichen und der Wind hat ordentlich aufgefrischt. Ich habe stark gerefft und segle außerhalb des Riffs an Pape’ete vorbei um 6 Seemeilen südwestlich die Passage bei Punaauia durchs Riff zu nehmen. Das Ziel und der auserkorene Ankerplatz liegen in der Maeva Bay nahe der Marina Taina beim Vorort Punaauia

 

An einem Sonntag durchs Riff

Das Riff kann man nicht verfehlen, man sieht ja überall wie sich die Wellen daran brechen, aber die Durchfahrt. Diese hier ist jedoch einfach zu finden da sie gut betonnt ist und ziemlich gerade aus geht. In der Passage kommen mir viele Motorboote, Wasserskifahrer, Standup-Paddler, Jetskis, Beiboote und Kanus entgegen was das ganze dann doch etwas zur Herausforderung macht. Ausschau halten wo die nächsten Tonnen sind, auf all die Irren aufpassen die hier trotz Geschwindigkeitsbegrenzung durchrauschen, und dabei nicht zu nahe ans Riff kommen.
Auf dem türkisfarbenen Riff herrscht ebenfalls reges Treiben. Schnorchler mischen sich unter unzählige Motorboote die auf dem Riff ankern. Auf den Booten und um sie herum stehen Menschen im Wasser mit einem Drink in der Hand, plaudern oder beobachten die Unerwasserwelt. Es ist Sonntag, da ist auf den pazifischen Inseln alles auf den Beinen oder eben auf dem Wasser.

Und dann bin ich drin. Innerhalb des Riffs liegt die Marina Taina und um sie herum ein 3 km langes und ca 600 m breites Ankerfeld, gut geschützt hinterm Riff. Und weil es so gut geschützt ist und Pape’ete nicht weit weg ist, ist es auch gut besucht. Hunderte von Schiffen ankern hier, dicht beieinander oder hängen an Bojen. Wie soll ich hier Jim finden der einen Tag vor mir hier angekommen ist – und wie soll ich überhaupt einen Platz für die Carina finden? Außerdem haben wir gerade Starkwind was das Ankermanöver erschwert in einem so engen Bereich. Und Tiefenmesser hab ich auch keinen, muss also genau auf die Wasserfarbe schauen ob irgendwo Korallenbänke dazwischen liegen. Nachdem ich fast schon am Ende des Ankerfeldes angekommen bin entdecke ich auch Jim und finde unweit entfernt einen freien Platz für die Carina.

So, da hänge ich nun am Anker und schau in die Gegend. Tahiti ist auf dieser Seite überhaupt nicht was ich mir erwartet habe, kein bisschen attraktiv. Keinerlei Strand, stattdessen ist die Küstenlinie gesäumt von Schnellstrasse und Häusern, unweit davon der Flughafen gleich neben dem Hotelressort (ohne Strand) mit Bungalows die auf Stelzen im Wasser stehen (das typische Postkartenmotiv) und ein Loch im Boden haben das mit einer Glasplatte abgedeckt ist durch die man die Fische auf dem Riff beobachten kann. Das mag ja ganz nett sein aber das Außenherum, also die Umgebung, dafür würde ich keinen Cent ausgeben. Und gleich neben diesen Bungalows da ankere ich nun. Quer durchs Ankerfeld geht die betonnte Fahrrinne, also knapp hinter mir, und neben der grünen Tonne schaut der Mast und die beiden Bugspitzen eines gesunkenen Warram-Katamarans aus dem Wasser.
Wenn ich mich jedoch umdrehe schaue ich auf das türkisblaue Wasser und die Brecher am Riff und die gegenüberliegende Insel Mo’orea – und das ist dann doch wieder sehr schön, vor allem abends wenn die Sonne hinter den Gipfeln von Mo’orea untergeht.


Pape’ete

Gleich am Tag nach der Ankunft auf Tahiti machen wir (Jim und ich) uns auf den Weg nach Pape’ete um dort mein Echolot (den bestellten Tiefenmesser) abzuholen und natürlich auch um ein wenig von der Stadt zu sehen. Ich bin schon sehr gespannt.
Um dort hin zu kommen müssen wir den Bus nehmen. Der hält zum Glück ganz in der Nähe der Marina. So weit kommen wir gar nicht. Ein Auto hält und bietet an uns nach Pape’ete mitzunehmen denn der Busservice sei katastrophal hier und wir würden unter Umständen Stunden warten bis einer kommt. Einen Fahrplan gibt es ohnehin nicht. Da sind wir aber froh und 30 Minuten später lädt uns der nette Herr ganz in der Nähe der Adresse ab wo ich meinen Tiefenmesser abholen muss.
Vorher muss ich aber noch Geld abheben und stecke meine Karte in den Automat der Bank of Polynesia, wähle 20 000 Polynesische Dollar (180 Euro) und lese dass ich nun meine Karte und das Geld entnehmen soll, aber das Geldfach öffnet sich nicht. Oh nein, was jetzt? Ich klopfe an der kleinen Bankfiliale dahinter. Die Dame darin spricht kein englisch und mit meinem spärlichen Französisch kommen wir nicht weit. Wenigstens schreibt sie mir die Adresse und Nummer des Automaten auf und schickt mich zur Hauptbank. Auf dem Weg dorthin holen wir noch schnell den Tiefenmesser ab (wenigstens das hat problemlos geklappt) betreten die Bank, ziehen eine Nummer und warten. Ein freundlicher Polynesier fragt was wir brauchen, denn der Schalter ist gerade nicht besetzt. Auch sein englisch ist sehr mager und so warten wir auf die Kollegin. Als diese endlich kommt und ich ihr mein Leid klage ist sie äußerst hilfsbereit aber leider kann sie nichts für mich tun denn der Geldautomat ist von der Bank of Polynesia und ich befinde mich gerade in der „Socredo“ Bank. Wie peinlich – ich bin in die falsche Bank gegangen. 20 Minuten später haben wir die richtige Bank gefunden und auf dem Weg dorthin keine Auge für das ohnehin hässliche Pape’ete gehabt. In der Bank of Polynesia stehe ich 20 Minuten am Infoschalter um dann zu einem anderen Schalter geschickt zu werden an dem ich noch mal 30 Minuten warte bis ich dran bin. Nein, sie können gar nichts für mich tun. Wahrscheinlich ist der Betrag eh nicht abgebucht worden, aber überprüfen können sie das nicht. Sollte doch etwas abgebucht worden sein, würde es nach spätestens 4 Tagen zurückgebucht werden, denn die Automaten seien schlau genug zu bemerken ob sie nun Geld ausgegeben haben oder nicht. Ich habe meine Zweifel aber dennoch verlasse ich die Bank mit einem kleinen Hoffnungsschimmer dass alles noch gut ausgehen wird. 4 Tage später – es wurde nichts abgebucht – Glück gehabt!

Wir wandern durch Pape’ete, eine eher moderne potthässliche Stadt, so hässlich dass ich nicht ein Foto mache - ich wüsste auch nicht was ich fotografieren soll. Betonklötze? Mit Autos vollgestopfte Strassen? Ich halte Ausschau nach einer Postkarte für Bruni (sie hatte sich eine von Pape’ete gewünscht) aber es gibt keine. Wundert mich auch nicht – was sollte da schon drauf sein – dafür gibt es zahlreiche Karten von schneeweißen Stränden, Palmen und Bungalows auf Stelzen – Südseeparadies. Das sieht gut aus und ich freu mich darauf das zu entdecken.

Der berühmte Markt von Pape’ete ist auch sehr ernüchternd und so gehen wir ins Industriezentrum um dort nach einem Bootszubehörladen Ausschau zu halten. Den gibt es, die Auswahl ist so lala, mehr Tauch- und Fischerzeug aber nicht schlecht. Man schickt uns kreuz und quer durch die Stadt auf der Suche nach einem Keilriemen für die Seewasserpumpe von Carinas Innenbordmotor doch wir werden nicht fündig. So haben wir aber nun ganz Pape’ete durchlaufen und trotzdem nichts Schönes daran entdecken können. Die Pape’ete Marina ist zwar nagelneu und schön,liegt aber direkt an der lauten Promenade auf der sich der Verkehr staut. Auf der Wasserseite schaut man in den hässlichen Industriehafen und sündteuer ist es auch. Da gefällt uns doch der kostenlose Ankerplatz mit freiem Dingysteg bei der Taina Marina viel besser. Und dorthin wollen wir jetzt zurück. Aber an der Bushaltestelle warten wir vergebens auf den Bus. Wir versuchen es per Anhalter – und das klappt gut. Die nette junge Frau fährt uns zwar noch ein wenig durch die Gegend, denn sie muss noch einen Freund abholen aber so sehen wir wenigstens etwas mehr und landen letztenendes wieder bei unseren Booten noch bevor es dunkel wird.
Ich mache ein paar Tage später noch einmal einen Besuch in Pape’ete aber das Sehenswerte und den Südseecharme suche ich vergebens.


Wo sind Bougainvilles und Gauguins schöne Frauen? - Dick ist schick!

In den Strassen von Pape’ete und auch in den Vororten in denen wir üblicherweise einkaufen und am Gemeindehaus das freie Internet nutzen betrachte ich besonders gerne Menschen. Und ich halte Ausschau nach den schönen Tahitianerinnen von denen Bougainville so geschwärmt hat, aber ich kann sie nicht finden. Ich frage Jim ob er sie gesehen hätte, aber er schüttelt nur den Kopf und meint da müsste ich bei den 13-jährigen suchen. Aber auch da werde ich nicht fündig. Paul Gauguins Geliebte war 13 und sie stand oft Modell für seine Gemälde der polynesischen Frauen. Überall in den Strassen findet man Postkarten mit Motiven von Gauguins gemalten Frauen, aber auch die kann ich nicht als schön empfinden. Vermutlich ist folgendes Zitat aus einem Reiseführer viel wahrer als der Schreiber gedacht hat:
„Wer an die Südsee denkt hat auch Gemälde Paul Gauguins vor Augen, kaum bekleidete Frauen, geheimnisvoll und von exotischer Schönheit inmitten einer Welt voller leuchtender Farben. Gemalte Träume, vom Künstler verzweifelt in der Realität gesucht“
Er hat sie wohl auch nicht gesehen. Nicht in Tahiti und auch nicht auf Hiva Oa in den Marquesas wo er seinen Lebensabend verbrachte und begraben liegt.

Das einzig schöne Mädchen das ich gesehen habe ist das „Hinano-Girl“ das Mädchen auf der Bierdose der großen Tahitianischen Brauerei „Hinano“.

Alle anderen sind einfach nur furchtbar dick. Man stelle sich einen polynesischen Hungerhaken mit 80 Kilo vor, eine Durchschnittsfrau mit 90 bis 110 und dann gibt’s auch noch genügend darüber. Dick ist schick! Die Polynesier gehören zu den dicksten Manschen der Welt. Und das gilt nicht nur für die Frauen!

 Aber bunt und farbenfroh sind sie schon und fast alle Frauen tragen zumindest eine Blüte im Haar und zu besonderen Anlässen einen Blütenkranz. Und das sieht dann doch wieder sehr schön aus.

 

Preisalarm

Ich bin ziemlich schockiert als ich meine ersten Einkäufe tätige. War es auf den Marquesas schon teuer, was verständlich ist, aber das hier toppt alles.
Ein 4er Pack Naturjoghurt – 12 Euro
Die billigste Flasche Wein – 10 Euro
Das kleinste Stück Käse (einfacher Emmentaler 100g) 7 Euro
Eine Pampelmuse – 4 Euro
Und so kann man das endlos weiterführen …
Übrigens – am Sonntag Nachmittag und an Feiertagen (da haben die Supermärkte auch geöffnet) wird kein Alkohol verkauft, dann sind diese Regale in denen sich Wein und Schnaps und Bier befindet mit Barrieren versperrt und mit Klebeband abgeklebt – sieht lustig aus.


Die Perle der Südsee

Seit 14 Tagen bin ich nun auf Tahiti und immer noch befinde ich mich auf der Suche nach dem Paradies – nach der Perle der Südsee.
Die Westküste an der wir ankern ist bestimmt nicht der Ort den man als Paradies bezeichnen würde. Endlose Ortschaften ohne Charme die sich an der Küste entlang ziehen, Verkehr, schlimmer als in unseren Grosstädten zur Rushhour und Strände habe ich so gut wie keine gesehen. Die Küste ist steinig, schwarze grobe Lavabrocken säumen die Ufer, vereinzelt mal ein schmaler schwarzer Sandstreifen unter Palmen, aber keine Spur von den schönen Postkartenmotiven und Werbebildern die wir so kennen.

 Ein Polynesier der mich mangels Bus mit seinem Auto mitnimmt meint „ Du solltest nach Mo’orea gehen – das ist eine Insel“ Ich muss schmunzeln. Was ist dann Tahiti, wenn Mo’orea eine Insel ist? Die Leute hier sehen Tahiti, das ja die Hauptinsel ist, als den Kontinent an und die restlichen Societys, als Inseln. Was er mir vermitteln wollte: Tahiti ist modern, europäisch, laut, Wenn ich das alte Polynesien suche und die Bilderbuchmotive dann müsste ich auf die Inseln gehen, denn von dort stammen all die Postkartenmotive. Und er hat Recht, denn überall liest man „Tahiti et des Iles“ – Tahiti und seine Inseln – auch auf den schönen Postkarten die ausnahmslos von den umgebenden Inseln stammen.

Die Perle der Südsee habe ich dann doch noch gefunden – in den Auslagen der Schmuckverkäufer. Überall wird sie angeboten und es gibt sogar ein eigenes Museum dafür. Die „schwarze Perle“ die in allen Nuancen von grau, grün bis rötlich schimmert und wunderschön ist – aber auch die stammt nicht aus Tahiti sondern wird auf den Tuamotus und den Gambier-Inseln gezüchtet


Und Tahiti ist doch schön!

Und trotzdem, irgendetwas muss doch all die Entdecker, Maler und Schriftsteller dazu bewogen haben so von Tahiti zu schwärmen und deshalb habe ich mir ein Auto gemietet um mich danach auf die Suche zu machen.

Gemeinsam mit Jim will ich einmal rund um die Insel fahren. Das Innere ist unbewohnt, Hochgebirge und unzugänglich. Nur 2 Pisten führen dort hinein und sind nur mit einem Allradjeep zu bewältigen. Wir bleiben auf der Küstenstrasse und verlassen Pape’ete in nordöstlicher Richtung. Unser erster Stop ist am Point Venus an dem Cook seine Beobachtungen des Venusdurchgangs durchgeführt hat, Dies ist nicht nur ein historischer Ort sondern auch ein schöner. Das Gebirge im Hinterland bildet eine schöne Kulisse für den hier etwas größeren schwarzen Sandstrand. Das Riff umschließt türkisblaues Wasser und ankern könnte man hier auch, wenn auch weit weg von jeglicher Versorgung.

 Tahiti besteht eigentlich aus 2 Inseln die miteinander verbunden sind, aus Tahiti Nui, der großen Insel und Tahiti Iti, der kleinen noch etwas ursprünglicheren weniger besiedelten Insel. Mir hat Tahiti Iti besonders gefallen mit seinen grünen Tälern und Flüssen, mit schönen Buchten, kleinen aber feinen, wenn auch schwarzen Stränden und den freundlichen Menschen. Hier findet man auch gelegentlich einen Tiki, die eigentlich aus den Marquesas stammen. Das sind Figuren aus Stein, oft 2 m hoch die den Gott Tiki, der den ersten Menschen schuf, darstellten oder andere meist geschlechtslose Gestalten die als Mittler zwischen Gott und den Menschen dienten. So einen finden wir zum Beispiel in der Cooks Bay in der Cook, Bougainville und Bligh einst vor Anker lagen. Der Ort der mir eigentlich am Besten gefallen hat.

 Die weißen Bilderbuchstrände haben wir nirgendwo gefunden, aber die Ostseite und speziell Tahiti Iti mit ihren schroffen Bergen, den Blüten und der üppigen tropischen Vegetation, mit wenig Ortschaften und kaum Verkehr hat mich dann doch eines Besseren belehrt:
– Und Tahiti ist doch schön!


Ausklarieren aus Französisch Polynesien – oder Buchbinder Wanninger

ntag weitersegeln nach Samoa. Aber so einfach geht das nicht. Man kann nicht einfach die Segel setzten und weg ist man, nein da gibt es formellen Kram zu erledigen, oder wie es richtig heißt – man muss „ausklarieren“. Und überall funktioniert das anders.

Seit Tagen versuche ich herauszufinden wann man wo welche Behörden aufsuchen muss. Es gibt zahlreiche Informationen auf den einschlägigen Seglerseiten, aber jeder schreibt was anderes – ich bin schon total verwirrt. Ich folge der Anweisung 3 Tage vor dem Abreisedatum eine E-Mail an den Hafenmeister und die Marina in Pape’ete zu schreiben, mit den Bootsdetails und dem gewünschten Abreisedatum. Die sollten dann eigentlich alles in die Wege leiten so dass ich nur zur Immigration (Einwanderungsbehörde) gehen muss um dort meine Papiere abzuholen.
Ich schreibe meine Mail vorsichtshalber schon am Dienstag.
Am Mittwoch erhalte ich vom Hafenbüro eine Antwort dass ich zur örtlichen Polizei gehen muss. Nur die könnten das benötigte Formular ausstellen und dann an sie versenden.

Also fahr ich am Donnerstag nach Papeete, um dort in der Polizeistation zu erfahren dass sie nicht zuständig seien. Ich müsste zum Flughafen zur Immigration gehen, die machen dann alles. Das kommt mir spanisch vor, denn Immigration ist immer die letzte Station, vorher kommen immer Hafenmeister und Zoll. Aber der Polizist weiß es besser.

Am Freitag fahr ich zum Flughafen um zur Immigration zu gehen. Der nette Beamte erklärt mir dass er erst das Formular benötige und das bekäme ich bei der Polizei. Grrrrr!! Ich erkläre ihm die gesamte Geschichte von Mail bis Polizeistation die mich grad zu ihm geschickt hätten. Er kann ohne das Formular leider nichts für mich tun, und das muss vom Hafenmeister abgestempelt sein. Ich kann nun wieder zur Polizei zurückgehen oder direkt zum Hafenmeister und wenn die Papiere dann bei ihm eingegangen sind kann er mich ausklarieren. Dann muss ich aber am selben Tag noch Tahiti verlassen. Kein Problem für ihn, sie sind auch Sonntags da. Ich kann also Sonntag morgen kommen.
Kein Problem für ihn, aber für mich, denn Sonntags fahren keine Busse und ich muss die 7 km zum Flughafen und auch wieder zurück zum Schiff zu Fuß gehen. Erst aber muss ich wieder nach Papeete fahren um den Hafenmeister aufzusuchen, denn zur Polizei die wohl keine Ahnung hatte (oder einfach keine Lust zum Formular ausfüllen) gehe ich nicht noch mal.

In Papeete angekommen mache ich einen Pause in der Tourist.Info. Dort erzählt man mir ich müsste in die Marina Papeete gehen, dort säße der zuständige Repräsentant der das alles erledigt.
Zum Hafenbüro ist es sehr weit, also versuche ich es erst in der Marina die 15 Min in entgegengesetzter Richtung liegt. Dort angekommen erfahre ich, sie machen das nur für Ihre Kunden, also diejenigen die Ihr Schiff dort liegen haben, aber zumindest erklären sie mir nun was ich der Reihe nach zu tun habe und Schritt 1 ist das verdammte Formular das ich entweder bei der Polizei oder beim Hafenmeister bekäme.

Es ist kurz vor Mittag als ich im Hafen von Papeete ankommen. Das ist ein einstündiger Fußmarsch von der Marina und der Bushaltestelle entfernt. Hoffentlich lassen die mich noch rein. Ich habe Glück, der Hafenmeister empfängt mich verwundert, denn es sei doch gar nicht nötig persönlich vorbei zukommen, das könne man doch per Mail machen. Grrr Grrrr Grrrr… nicht schon wieder …
Ich erzähle ihm meine endlose Geschichte (vom Buchbinder Wanninger) und der freundliche Hafenmeister legt mir das benötigte Formular zum Ausfüllen auf den Tisch. Während ich noch ausfülle überträgt er das bereits in ein Onlineformular auf seinem Computer und sendet es dann sofort an die Immigration am Flughafen. Mein Papier-Formular bekommt einen Stempel und das wars. Jetzt brauch ich nur noch am Sonntag meine Papiere am Flughafen bei der Immigration abholen.
Und damit meine Freunde keine ähnliche Odyssee durchmachen müssen gibt er mir einen Stapel Formulare mit. Die könnte ich unter den Seglern verteilen, dann brauchen die nur zur nächsten Polizei zu gehen abstempeln und an ihn schicken lassen um dann direkt zur Immigration am Flughafen zu gehen. So einfach wärs gewesen, alles an einem Tag erledigt, wenn ich es nur vorher gewusst hätte und die auserwählte Polizeistation das entsprechende Formular vorrätig gehabt hätte, bzw. Lust gehabt hätte es mit mir auszufüllen.

Sonntag früh mache ich eine letzte lange Wanderung vor meiner Abeise nach Samoa – zum Flughafen. Der nette Beamte erkennt mich sofort wieder bittet mich herein und übergibt mich an seine Kollegin. Die füllt im Zeitlupentempo einige Formulare am PC aus, druckt sie, stempelt sie kopfüber, wirft sie weg, füllt sie erneut aus, druckt sie und stempelt sie diesmal richtig. So alles fertig ich kann abreisen. Und der Stempel im Reisepass? Der ist nicht nötig, ich sei doch Europäerin und Französisch Polynesien gehört auch zu Europa. Wie schade, ich hätte so gerne einen als Souvenir. Da legt sie die Finger an die Lippen – psst – schnappt meinen Pass und heimlich setzt sie einen Stempel hinein und steckt ihn mir verstohlen wieder zu. Gute Reise und auf Wiedersehen!

Wie nett. Die Polynesier sind wirklich nette Menschen aber irgendwann muss man weiterziehen. Für mich ist das Irgendwann Jetzt und um 16:00 Uhr lichten wir den Anker und nehmen die Ausfahrt durchs Riff mit Kurs auf Samoa. 1300 Seemeilen, ca 2 Wochen, dann sollten wir dort sein.

 

Bilder zum Bericht findet ihr auf der Seite 'Fotos'.

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